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Sechs Monate Haft für Rentner

Ehepaar aus Hamburg knackte Auto auf Wanderparkplatz in der Heide

thl. Winsen. "Dass Menschen wie Sie hier wegen so einer Straftat sitzen, passiert nicht oft", sagte der Strafrichter am Winsener Amtsgericht zu den beiden Angeklagten. Mit gutem Grund: Der Mann war 69 Jahre alt, seine Frau sogar 74 Jahre. Beide gingen bisher unbestraft durch das Leben. Und dennoch dachten die Prozessbeobachter unweigerlich, ob die beiden einfach nur Glück gehabt haben und noch nie erwischt wurden.
Der Vorwurf: Im Oktober sollen die beiden Rentner auf dem Wanderparkplatz an der K27 zwischen Undeloh und Wesel einen Pkw geknackt haben, um daraus Wertsachen zu entwenden. Dabei sind beide hoch professionell vorgegangen. Die Frau gucket zuerst, ob einer der dort abgestellten Wagen vielleicht nicht verschlossen und ob Wertsachen in den Fahrzeugen zu sehen sind. In einem Mazda lag auf dem Beifahrersitz eine Handtasche. Daraufhin gab sie ihrem Mann ein Zeichen, der seinen VW Golf direkt neben dem Mazda parkte, um eventuell vobeikommenden Pasanten die Sicht zu versperren. Während seine Frau zusätzlich die Umgebung beobachtete, hebelte er mit einem Schraubenzieher das hintere Fenster des Wagens auf.
Was beide nicht ahnten: Weil es seit geraumer Zeit eine ganze Serie von Pkw-Aufbrüchen in dem Bereich gab, lagen Zivilfahnder auf der Lauer. Die Folge: Sekunden später klickten Handschellen.
Vor Gericht räumte das Rentner-Ehepaar die Tat ein und betonte, wie es ihnen tue. Weitere Taten gaben sie allerdings nicht zu, auch wenn die Serie nach der Fetsnahme des Paares abrupt vorbei war.
Das Urteil: Jeweils sechs Monate Haft, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. "Ihr Vorgehen lässt darauf schließen, dass Sie sich mit solchen Sachen auskennen", so der Richter in seiner Urteilsbegründung. Das Urteil ist rechtskräftig.