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Streit zweier verfeindeter Großfamilien in Winsen vor dem Landgericht Lüneburg / Nur ein Angeklagter sagt aus

bim. Lüneburg/Winsen. Dieser Polizeieinsatz Anfang Oktober 2012 war einer der größten, den es je in Winsen gegeben hatte: Mitglieder zweier verfeindeter Großfamilien prügelten mit allem, was gerade greifbar war, aufeinander ein. Jetzt mussten sich vier Tatverdächtige im Alter zwischen 25 und 40 Jahren vor der 4. Großen Strafkammer am Landgericht Lüneburg wegen versuchten Totschlags verantworten.
Damals waren im Luhe-Park rund 40 Personen zweier Familien mit Migrationshintergrund u.a. mit Werkzeugen, Eisenstangen und einem Samurai-Schwert aufeinander losgegangen. 22 Streifenwagen mit 43 Beamten und drei Hunden waren im Einsatz. Zur Deeskalation hatten Polizisten einen Beteiligten mit Handfesseln fixiert. Die vier Angeklagten sollen einen am Boden liegenden Mann dann mit Schlägen und Tritten malträtiert haben. Damit die Schläger von ihm abließen, gab einer der Beamten einen Warnschuss ab.
Drei der vier Tatverdächtigen verweigerten die Aussage. Lediglich der 40-Jährige machte Angaben. Er habe damals Verwandte in Hamburg-Wilhelmsburg besucht und sei wegen einer beunruhigenden Kurzmitteilung nach Winsen gefahren. Dort habe er den Mann am Boden liegen sehen. Der 40-Jährige gab zu, dem Opfer ins Gesicht geschlagen zu haben.
Der Streit zwischen den beiden Großfamilien begann bereits im Frühjahr 2003. Seine Familie sei mit einer Kalschnikow bedroht worden. Hintergrund sei, dass sein Bruder eine sexuelle Beziehung zu einer Frau aus der anderen Familie gehabt habe. Als diese schwanger wurde, habe sie ihm das Kind unterjubeln wollen. Der Bruder aber habe das Kind nicht anerkannt - zu Recht, wie ein DNA-Test später ergeben habe.
Wie berichtet, sollte der Fall ursprünglich im März 2014 am Winsener Amtsgericht verhandelt werden. Doch der Richter sah nach Zeugenaussagen hinreichenden Verdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt, weshalb der Fall jetzt vor dem Schwurgericht am Landgericht verhandelt wird.
Die Verhandlung wird am 13. Januar fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen gehört werden sowie ein Sachverständiger, der aussagen soll, ob die Verletzungen lebensgefährlich waren. Ein Urteil wird am Freitag, 22. Januar, erwartet.