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Unbelehrbarer Einbrecher

thl. Winsen. "Sie sind unbelehrbar, da kann ich keine positive Sozialprognose sehen", sagte die Richterin am Winsener Amtsgericht und verurteilte den Angeklagten (31) zu einer Haftstrafe von einem Jahr und elf Monaten - ohne Bewährung.
Was war passiert? Der gebürtige Georgier kam Ende 2014 als Asylbewerber nach Deutschland und wurde in Neetze (Landkreis Lüneburg) untergebracht. Ob er aber tatsächlich, wie er selbst angab, in seiner Heimat verfolgt wird, daran hegte das Gericht jetzt Zweifel. "Ich sehe es eher so, dass Sie zur Begehung von Straftaten nach Deutschland gekommen sind", so die Richterin. Grund: Bis Ende März wurde der Angeklagte, der auch noch unter falschem Namen agierte, insgesamt sieben Mal bei Ladendiebstählen und Einbrüchen erwischt. Dann wanderte er in Untersuchungshaft.
Vier Taten waren jetzt angeklagt. Es ging um zwei Taten in Winsen - einem Einbruch in ein Wohnhaus an der Luhdorfer Straße, bei dem es ein Gerangel mit den Bewohnern gab, als diese plötzlich vom Einkaufen nach Hause kamen, und einen versuchten Einbruch in ein Einfamilienhaus an der Hoopter Straße, bei dem die Täter gestört wurden und flüchten mussten. Außerdem waren zwei Taten aus Munster angeklagt - ein Einbruch in ein Wohnhaus und ein Einbruch in ein Juweliergeschäft, bei dem der Angeklagte und sein Komplize richtig Beute machten. Nach dem versuchten Einbruch in Winsen war die Polizei schneller als die Gangster - Handschellen klickten.
Vor Gericht zeigte sich der Georgier nach erstem Leugnen schließlich doch noch geständig. Deswegen, und weil sein Mandant angeblich aus Deutschland ausreisen will um seine Familie in Georgien wiederzusehen, plädierte der Verteidiger auf eine Bewährungsstrafe. In Anbetracht der Tatsache aber, dass der Georgier zwei Wochen vor dem Einbruch an der Luhdorfer Straße in Itzehoe wegen Einbruchs zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war, kam sowohl für den Staatsanwalt als auch das Gericht nur eine Haftstrafe infrage.