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War da ein Storchennest oder nicht?

Befand sich so ein Storchenest auf dem Hochsitz? (Foto: H.D. Volz/Pixelio)
thl. Winsen. Tierischer Prozess vor dem Winsener Amtsgericht: Ein pensionierter Tierarzt und Jäger (68) soll in der Feldmark in Drage einen fahrbaren Hochsitz samt darauf befindlichen Storchennest verschoben und somit das geschützte Tier an der Brut gehindert zu haben. Der Landkreis Harburg als Naturschutzbehörde verhängte deshalb ein Bußgeld in Höhe von 3.000 Euro gegen den Waidmann. Dieser will das aber nicht akzeptieren. Deshalb landete der Fall vor dem Amtsgericht - und geht auch dort in die Verlängerung.
Der Angeklagte behauptete, es habe sich kein Nest auf dem Hochsitz befunden, lediglich nur eine "platt gedrückte Schilffmatte". Für ihn habe es sich um einen Jungstorch ohne Partnerin gehandelt, der noch nicht in der Lage war, ein Nest zu bauen.
Storchenvater Hans Steinert (79) aus Stelle, der den Jäger angezeigt hatte, hatte allerdings andere Erinnerungen an das Nest: "Ich habe den Storch mehrere Tage mit dem Fernglas beobachtet. Ich wollte sehen, ob er beringt ist. Das Tier stand auf und richtete sein Nest, wie Störche es tun, wenn sie ein Gelege haben." Dass er keinen zweiten Storch am Nest gesehen haben, begründete Steinert damit, dass dieser auf Nahrungssuche gewesen sein könne.
Aussage gegen Aussage. Jetzt soll ein anderer Tierarzt Licht ins Dunkel bringen, der mehrfach nach dem Storch gesehen hatte. Der Mediziner soll am Montag, 7. Oktober, aussagen.