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Winsen: Haftstrafe für Tankstellenräuber

thl. Winsen. "Es war der größte Fehler und die schlimmste Entscheidung meines Lebens. Es tut mir so leid. Ich vermisse meine Familie und habe Angst, weiter im Gefängnis bleiben zu müssen." Mit weinerlicher Stimme versuchte der Angeklagte (23) die Richter vor dem Schöffengericht "weich zu klopfen". Kein Wunder, denn für den wegen räuberischer Erpressung und erpresserischen Menschenraubes angeklagten Polen stand viel auf dem Spiel.
Rückblick: Im Dezember vergangenen Jahres stürmt der 23-Jährige maskiert in die Shell-Tankstelle in Winsen-Borstel und fuchtelt mit einem Messer herum. Ohne ein Wort zu sagen geht er hinter den Kassentresen, drückt die Tankstellen-Pächterin mit dem linken Arm zu Boden, öffnet die Kasse, entnimmt die Scheine und flüchtet mit einem Fahrrad in Richtung Lüneburg. Pech für den Dieb, dass kurz zuvor ein Kassensturz gemacht wurde und sich deshalb nur rund 300 Euro in der Kasse befinden. Und Pech war auch, dass ihm die Polizei schnell auf die Schliche kam. Schon einen Tag nach der Tat klickten die Handschellen. Seitdem saß der Pole in U-Haft.
Vor Gericht zeigte er sich sofort geständig. Er sei betrogen worden und habe deswegen kein Geld gehabt, um wieder nach Hause zu fahren, so der junge Mann, der in Winsen als Erntehelfer gearbeitet hatte. Sein Mitbewohner habe ihn dann den Überfall vorgeschlagen und ihm sein Fahrrad und sein Messer zur Verfügung gestellt. "Es war unüberlegt und spontan. Aber es schien mir der einzige Weg, um an Geld zu kommen", so der Pole, der Vater eines vierjährigen Kindes ist. Nach der Tat habe ihm sein Mitbewohner die Beute abgenommen, um das Geld "zu waschen". Anschließend sei man mit einem Taxi in einer Kneipe gefahren, um ein Alibi zu haben.
Am Ende half dem Polen alles nichts. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und blieb damit sechs Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe gefordert.