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Zahl der Straftaten in Winsen steigt an

Ulrich Grimm (li.) und Wilfried Haensch

Aber auch die Aufklärungsquote steigt an und liegt bei über 60 Prozent / Viele Fahrraddiebstähle

thl. Winsen.

"Die Zahl der Straftaten in der Stadt Winsen ist leider zunehmend. Im Jahr 2014 hatten wir mit rund 2.700 Taten einen Höchststand, den wir wohl in diesem Jahr nochmals überschreiten werden", sagt Kripo-Chef Ulrich Grimm. "Das Schöne ist aber, dass auch die Aufklärungsquote steigt. Diese liegt deutlich über 60 Prozent", ergänzt Wilfried Haensch, Leiter des Polizeikommissariates Winsen.
Trotz der zunehmenden Straftaten, ist Winsen relativ sicher, so Grimm. Wie bitte? Das ist doch ein krasser Widerspruch. Grimm erklärt: "Wenn abends in der Innenstadt eine Gruppe Ausländer zusammensteht und sich laut unterhält, geschieht das in der Regel sehr lautstark. Das ist aber deren Mentalität." Für manche Menschen würden solche Szenen bedrohlich wirken, was sie aber nicht müssten. "Die Straßenkriminalität in der Stadt ist verschwindend gering. Es kommt kaum zu Übergriffen auf normale Bürger - weder tagsüber noch nachts", beruhigt Haensch. Meist gehe es um Familienstreitigkeiten bei Migranten sowie um Beziehungstaten zwischen Jugendlichen und Heranwachsenden.
Steigende Straftaten sind bei folgenden Delikten festzustellen:
• Einbrüche: Gibt es Winsen im Vergleich zu anderen autobahnnahen Orten im Landkreis zwar weniger, dennoch liegt die Zahl der Taten derzeit bei etwa 60.
• Fahrraddiebstähle: Stark zunehmend. Kamen in 2013 noch 150 Räder weg, waren es 2014 schon 180. Ein "Abwärtstrend" ist nicht zu verzeichenen. Die meisten Drahtesel werden im Bereich des Bahnhofes vom Stellplatz am Schützengehölz gestohlen.
• Pkw-Aufbrüche: Rund 250 pro Jahr. Aktuell läuft im Stadtgebiet wieder eine Serie (siehe Kasten), in der die Fahrzeuge auf derzeit noch unbekannte Art geöffnet werden. Das Besondere dabei: Die Diebe bauen auch schon mal wieder die Radios aus. Betroffen sind häufig ältere Fahrzeuge. Ulrich Grimm: "Wer Wertsachen offen im Auto zurück lässt, provoziert solche Straftaten."
• Ladendiebstahl: Nach aktenkundig gewordenen 150 Taten in 2014 ist die Zahl weiter steigend. Grimm: "Realistisch ist die Zahl der Taten aber nur, wenn man sie mit 20 bis 30 multipliziert."
• Cyberkirminalität: Ein Deliktfeld, das den höchsten Anstieg verzeichnet. Geldbetrügereien über Internetverkäufe sind an der Tagesordung. "Wer etwas kaufen will und erst einmal eine Summe über Western Union transferieren soll, sollte lieber die Finger von dem Geschäft lassen. Sonst ist die Ware nämlich nicht da und das Geld weg", warnt Haensch. Und auch das Mobbing nehme zu. Dazu hat die Winsener Polizei das Präventionsprojekt "Ich habe heute leider kein Foto für dich" ins Leben gerufen (das WOCHENBLATT berichtete). Grimm: "Seitdem hat sich das Anzeigeverhalten der Opfer erhöht. Aber man darf nie vergessen: das Internet vergisst nicht."
• Drogen: Synthetische Drogen sind auf dem Vormarsch. Zudem wird immer öfter Marihuana mit einem THC-Gehalt von 10 und sogar 20 Prozent sichergestellt. Grimm: "Die Folgen des Konsums der Drogen sind verheerend. Es gibt bereits einen jungen Mann, der den Rest seines Lebens in der Nervenklinik verbringen muss."
• Kriminalität durch Flüchtlinge: Ein geringer Teil der Flüchtlinge wird straffällig. Meist handelt es sich um Ladendiebstähle und Körperverletzungen untereinander.
• Straftaten durch Menschen mit Migrationshintergrund: Ein Teil begeht laut Grimm und Haensch erhebliche Straftaten. Besonders im Fokus: ein 17-Jähriger, der innerhalb von zwei Jahren 150 Taten verübt hat. Grimm: "Er wurde gerade zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und wartet auf seine Ladung zum Haftantritt. Das hält ihn aber nicht davon ab, weitere Straftaten zu begehen."
Ulrich Grimm und Wilfried Haensch appellieren an die Bürger bei verdächtigen Beobachtungen oder verdächtigen Personen sofort die Polizei anzurufen, notfalls auch über 110. "Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Es muss auch niemand Angst, dass ihm Kosten auferlegt werden oder er andere Schwierigkeiten bekommt, wenn sich seine Beobachtung als falsch herausstellt", so die beiden Beamten. thl. Winsen. In der Nacht zu Samstag kam es in der Rohlandtstraße zu einer Serie von Pkw-Aufbrüchen. Hierbei wurden insgesamt vier Autos angegangen und durchwühlt. In einem Fall verschaffte sich der Täter Zugriff zu einem Cabriolet, indem er das Verdeck aufschnitt. Bei den vier Taten wurde lediglich eine Lesebrille entwendet. Vier Pkw in einer Nacht geknackt