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Ein bewegtes Leben

ce. Garstedt. Gertrud Rogge singt gerne - auch im hohen Alter von inzwischen 100 Jahren. Als sie jetzt im Haus "Tannenhöhe" des Garstedter Seniorenparks Borchers-Bosak Geburtstag feierte, blickte die Jubilarin zurück auf ein Leben, das von Dur- und Moll-Klängen, von Höhen und Tiefen, geprägt ist.
Geboren wurde sie am 5. März 1913 in Oberschlesien als Tochter eines preußischen Militärmusikers und seiner Frau. Die Mutter starb sechs Jahre später an Lungentuberkolose, Richard Meißner heiratete 1920 erneut.
Nach der Volksschule arbeitete Gertrud Meißner zunächst als Haustochter in mehreren Familien und erlernte ab 1930 in Königsberg in der Neumark den Beruf der Friseurin. In dieser Zeit lernte sie Willi Rogge kennen und lieben. Kurz nach Kriegsausbruch 1939 heirateten beide, aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.
Bei einem Heimaturlaub im April 1945, kurz vor Kriegsende, sah der Soldat Willi Rogge seine im schlesischen Landeshut lebende Familie zum letzten Mal. Danach verlor sich seine Spur, 1973 wurde er offiziell für tot erklärt. Seine Witwe hat diesen Schicksalsschlag nie verwunden.
Gertrud Rogge und ihre Kinder wurden 1946 von den polnischen Besatzern aus Schlesien ausgewiesen und kamen über Winsen schließlich nach Asendorf, wo sie sich eine neue Existenz aufbauten. Den Lebensunterhalt verdiente sich Gertrud Rogge in den folgenden Jahren als Wäscherin, in einer Schmuckwerkstatt und in der Landwirtschaft. In der Freizeit sang sie im "Städtischen Frauenchor" in Winsen, liebte Garten- und Handarbeiten.
Seit 2002 lebt Gertrud Rogge im Garstedter Seniorenpark. Mit ihrer Familie, zu der neben den drei Kindern fünf Enkel und vier Urenkel gehören, feierte sie dort ihren besonderen Geburtstag. Und auch hier lautete das fröhliche Motto "Wo man singt, da lass dich nieder!"