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Abschied vom Chef-Fahnder

Polizeipräsident Robert Kruse (re.) überreichte Volker Schäfer die Entlassungsurkunde
thl. Lüneburg. Er galt vor allem bei osteuropäischen Banden als Schreckgespenst, hat er doch zusammen mit seiner Truppe viele von ihnen hinter schwedische Gardinen gebracht. Jetzt wurde Volker Schäfer, Leiter des Fachkommissariates (FK) für Bandenkriminalität in Lüneburg (zuständig auch für die Landkreise Harburg und Stade), im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Der 62-Jährige stand insgesamt 44 Jahre und vier Monate im Dienst der Polizei.
"Ich wollte schon als kleiner Junge zur Polizei und war glücklich, dass es auch so gekommen ist. Der Job hat mir immer viel Spaß gemacht", so Schäfer. 1971 ist er in den Polizeidienst eingetreten und hat nach seiner Ausbildung in Hannoversch-Münden zunächst sämtliche Dienstgrade vom Wachtmeister bis zum Hauptwachtmeister durchlaufen, ehe er das Studium zum "gehobenen Dienst" durchlief und sich dort vom Dienstgrad Kommissar bis zum Ersten Kriminalhauptkommissar hocharbeitete. Vielseitig war auch Schäfers Verwendung im Polizeidienst: Sachbearbeiter für Drogen- und Ausländerkriminalität sowie illegalen Waffenbesitz, Wachgruppenleiter beim Kriminaldauerdienst, Vize-Chef bei der Kripo in Winsen, wo "ich sehr ungern weggegangen bin". Anschließend Vize-Chef des Mobilen Einsatzkommandos. 1997 wurde Volker Schäfer zum Leiter der Zentralen Ermittlungsgruppe Bandenkriminalität ernannt, aus der 2004 das heutige FK hervorging.
"Ich habe hier eine tolle Truppe gehabt. Das Schöne war, dass ich mir meine Mitarbeiter selbst aussuchen durfte", sagt Schäfer. Die Folge: "Die meisten von ihnen waren oder sind zehn Jahre und länger dabei." Dabei ist die Arbeit im "FK Bande" sehr zeitintensiv. "Wir reisen bei unseren Ermittlungen teilweise durch halb Europa", so Volker Schäfer. Der Lohn der harten Arbeit: Ob Blitzeinbrecher, Geldautomatensprenger, Diebe hochwertiger Fahrzeuge, Gullydeckelbande - sie alle gingen den Beamten ins Netz. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: "Ich habe viele Kontakte mit ausländischen Kollegen geschlossen, aus denen sich auch echte Freundschaften ergeben haben", blickt der Neu-Pensionär zurück.
Diese Freundschaften möchte Volker Schäfer auch künftig pflegen. Aber auch am Haus und im Garten hat der Vater zweier erwachsener Kinder, der im südlichen Landkreis Harburg wohnt, einiges zu tun. "Außerdem bin ich als Handballtrainer aktiv, sodass ich immer genug um die Ohren habe", ist sich Schäfer sicher.