Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Abschied von der MTV-Halle

Auf der Abschiedsfeier (v. li.): Dagmar Luhmann, Peter Rohde und André Wiese (Foto: Schiewe)
thl. Winsen. Abschied nehmen von der alten MTV-Halle an der Eckermannstraße hieß es jetzt für die Sportler des TSV Winsen. Rund 50 Mitglieder waren der Einladung des Vereins gefolgt. Vorsitzende Dagmar Luhmann und Liegenschaftswart Peter Rohde, dessen Großeltern schon in der Halle ihren Schulsport absolviert haben, ließen die Geschichte der Halle, die u.a. auch mal als Lazarett genutzt wurde, Revue passieren.
Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU) berichtet, dass die Halle zunächst einmal als Notunterkunft für 40 Flüchtlinge genutzt wird. Allerdings werde nur das Untergeschoss genutzt, da im Obergeschoss statische Probleme bestünden. Die Nutzung sei zwar im Masterplan der Stadt beim Ankauf der Halle nicht vorgesehen gewesen, aber der Platz werde benötigt. "Was in fünf Jahren ist, kann niemand sagen", ließ er alle weiteren Pläne offen.

Fällt den Flüchtlingen die Decke auf den Kopf?
Ein Kommentar von Thomas Lipinski

Als ich von den Plänen der Stadt gehört habe, glaubte ich zunächst an einen Aprilscherz: 40 Flüchtlinge sollen die alte MTV-Halle als Unterkunft nutzen. Zur Erinnerung: Der ehemalige Hausherr, der TSV Winsen, hat das Obergeschoss in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" verlassen, weil es marode ist und niemand zu sagen vermochte, wie lange der Bau noch hält. Und im unteren Teil der Halle zieht es durch alle Ritzen und Fugen. Doch genau dort sollen jetzt Flüchtlinge eine vorübergehende Heimat finden. Dass die Stadt Winsen dringend Unterkünfte für Asylbewerber benötigt, ist bekannt. Was ist aber, wenn den Menschen etwas passiert, wenn das Haus in sich zusammenbricht? Dieses Szenario möchte ich mir gar nicht ausmalen. Da nützt es wenig, wenn die Stadt meint, mit einem Nutzungsverbot für das Obergeschoss sei es getan.