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"Alle Risiken ausschließen!"

Gegen "Fracking": Matthias Miersch und Svenja Stadler
ce. Winsen. "Wir wollen Fracking solange nicht, bis alle Risiken für Gesundheit und Umwelt ausgeschlossen sind." Mit deutlichen Worten erteilte Dr. Matthias Miersch, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, jetzt in Winsen dem umstrittenen "Fracking"-Verfahren zur Erdgasförderung eine (vorläufige) Absage. Miersch war Referent bei einem Info- und Diskussionsabend zum Thema, zu dem Svenja Stadler, Bundestagskandidatin des SPD-Kreisverbandes Harburg-Land, eingeladen hatte. "Ich bin gegen Fracking", bekannte auch sie.
Wie berichtet, hat das Landesbergbauamt US-Firmen erlaubt, in der Region Voruntersuchungen durchzuführen, um für Erdgasförderung per "Fracking" geeignete Gebiete zu finden. Im Landkreis Harburg wurden dabei insbesondere die Elbmarsch, der Raum Winsen, Seevetal, die Samtgemeinde Salzhausen und Egestorf angepeilt.
Matthias Miersch verwies auf Erhebungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Demnach kommt das in Deutschland verbrauchte Gas lediglich zu elf Prozent aus dem eigenen Land, sondern vorwiegend aus Russland (31 Prozent), Norwegen (28), den Niederlanden (21) und sonstigen Quellen (neun Prozent). Im Strommix in Deutschland spielt Erdgas mit elf Prozent eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu Braunkohle (26), erneuerbaren Energien (22) oder Steinkohle (19). "Die Lichter werden also nicht ausgehen in Deutschland, wenn wir nicht auf den 'Fracking'-Zug aufspringen", betonte Miersch. Die Energieversorgung sei weiterhin gewährleistet.
Um "Fracking" zu verbieten oder stärker kontrollieren zu können, müsse das veraltete Bundesbergrecht geändert werden. Dieses scheitere daran, dass sich Bundeswirtschaftsministerium und -umweltministerium "permament bekriegen". Hinzu komme, dass wissenschaftliche Untersuchungen etwa zur Wassergefährdung, Frackwasser-Entsorgung, seismischen Problemen, zur Kosten-Nutzen-Bilanz und zu Haftungsfragen noch nicht abgeschlossen seien. Die SPD-Bundestagsfraktion fordere, dass beim "Fracking" keine giftigen Chemikalien zum Einsatz kommen, und eine Umweltverträglichkeitsprüfung auch für alle in Planung befindlichen Vorhaben.
"Eine bessere Öffentlichkeitsbeteiligung muss künftig her", mahnte Miersch. Schon bei "Fracking"-Anträgen müssten Öffentlichkeit, Kommunen und Wasserbehörden in Kenntnis gesetzt werden. "Sorgen auch Sie für Aufklärung, indem sie Antragsteller und Behörden zu Infoveranstaltungen einladen", appellierte Miersch an die Bürger. "Und rücken Sie den politischen Volksvertretern auf die Pelle, damit die erkennen, wie wichtig Ihnen die Sache ist."