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Alternativen zur Y-Trasse: Scharmbeck reihte sich in Protestkette im Landkreis ein

"Nicht mit uns": Eberhard Leopold, Schatzmeister Gerhard Rötzer und Hans Gerd Wittrock (v. li.) stellten jetzt zusammen mit zahlreichen Anwohnern in Scharmbeck Protestplakate und Kreuze gegen die geplanten Alternativtrassen der Bahn auf
Am vergangenen Wochenende reihte sich nun auch Scharmbeck in die offene Protestkette gegen die quer durch den Landkreis Harburg, Lüneburg und Uelzen geplanten Hochgeschwindigkeitstrasse (das WOCHENBLATT berichtete) ein.
In unmittelbarer Nähe der Dorfschilder und des Autobahnzubringer "Winsen West", brachten zahlreiche Bewohner unter der Schirmherrschaft des Bürgerbündnis Nordheide gegen Eisenbahnneubautrassen (BBNH), in dem sich bereits 15 Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften aus 14 Ortschaften der Landkreise Harburg und Lüneburg zusammengeschlossen haben, Großplakate und Protestkreuze gegen gegen die von der Bahn geplanten Trassenvarianten zur Y-Trasse an. "Das Bürgerbündnis hat ein Alternativkonzept erarbeitet, das keinen Ausbau der dreigleisigen Strecke nach Lüneburg vorsieht und durch eine Verteilung der Verkehre die Knotenpunkte Hamburg, Bremen und Hannover entlastet", so Hans Gerd Wittrock, Sprecher Bürgerinitiative Scharmbeck.
Im Februar beginnt in Celle das Dialogforum Schiene Nord, in dem Vertreter der Bahn, der Länder, des Bundes, der Kommunen, der Wirtschaft sowie der betroffenen Landkreise und Bürgerinitiativen binnen eines Jahres nach dem günstigsten Verlauf für die neue Bahntrasse suchen sollen. Diesem sieht das BBNH jedoch eher skeptisch entgegen. "Auch wenn die Bahn beteuert, dass die Prüfung der Alternativen ergebnisoffen sind, sind wir gewarnt und glauben, dass die Bahn bereits eine Vorzugsvariante hat, die einen massiven Streckenausbau beinhaltet", so Eberhard Leopold, Vorsitzender BBNH. Und weiter: "15 Plätze stehen den Bürgerinitiativen insgesamt zur Verfügung, das BBNH hat einen Sitz im Dialogforum. Wichtige Klärungspunkte sind hier zunächst die Vorlage von seriösen, transparenten und aktuellen Verkehrsprognosen, damit überhaupt erstmal geklärt wird, ob ein Bedarf besteht. Außerdem verlangen wir Bürgerinitiativen die Finanzierung von unabhängigen Gutachtern. Nur so kann auf Augenhöhe mit der Bahn verhandelt werden", so Leopold.