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"Auch nur ein Mensch"

Mathias Fossenberger stellte Gerke Minrath sein Buch vor
thl. Winsen. "Unser Ziel ist es, den Menschen hinter der Uniform besser sichtbar zu machen. Denn Menschenrechte gelten auch für Polizeibeamte. Und jeder Polizeibeamte ist auch nur ein Mensch", sagt Gerke Minrath, Vorsitzende des 2011 gegründeten Vereins "Keine Gewalt gegen Polizisten" mit Sitz in Remagen (Rheinland-Pfalz). Grund: Mittlerweile werden pro Jahr bundesweit rund 60.000 Übergriffe gegen Polizisten registriert - Tendenz steigend.
Einen Urlaub an der Nordseeküste nutzte Minrath für einen Abstecher nach Winsen. Zum einen traf sie sich dort mit dem Kontaktbeamten Mathias Fossenberger, der sein Kinderbuch "Freddy Frechdachs und die Polizei" (das WOCHENBLATT berichtete) über den Verein bekannt machen wollte. Zum anderen sprach die Vorsitzende mit Michael Zidorn, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, über die zunehmende Gewalt gegenüber den Beamten. "Was die Kollegen bei vielen Einsätzen mittlerweile ertragen müssen, ist schlimm", so Zidorn. Beleidigungen und Entwürdigungen seien an der Tagesordnung, körperliche Übergriffe seien ebenfalls zahlreich. "Immer öfter werden die Beamten auch bespuckt oder kommen mit Fremdblut in Berührung und sind dadurch einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt", so Zidorn. Die Polizei sei dringend auf den Rückhalt der Bevölkerung und der Justiz angewiesen. "Vor diesem Hintergrund begrüße ich das Wirken des eingetragenen Vereins", lobte der Polizei-Chef.
Mit Mathias Fossenberger sprach Gerke Minrath über sein Buch, aber auch über das Phänomen, dass Polizisten im Internet immer öfter als gewalttätig hingestellt werden. "Da werden einzelne Szene aus Einsätzen als Video gezeigt, in denen die Kollegen immer als wilde Prügelknaben gezeigt werden. Als andere, z.B. warum die Situation so eskalierte, wird weggelassen. Das ärgert mich", so Fossenberger.