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Baupreise explodieren - Stadt muss für ihre Bauvorhaben viel tiefer in die Tasche greifen als geplant

Auf dieser Fläche in Bahlburg soll Feuerwehrhaus entstehen. Das wird wohl deutlich teurer (Foto: thl)
thl. Winsen. Bittere Pille für die Stadt Winsen: Die enormen Preisanstiege in der Bauwirtschaft treffen jetzt auch die Kommune mit voller Wucht. Die Folge: Der Bau der Kindertagesstätte Winsener Wiesen-Süd und des Feuerwehrhauses in Bahlburg werden deutlich teurer als geplant.
Schon bei den Baukosten für die Kindertagesstätte verschluckte sich Stadtkämmerer Matthias Parchatka beinahe. Schlugen für die Kita Osterbülte im Jahre 2008 noch rund 1.940 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche zu Buche, liegen die aktuellen Kosten für Winsener Wiesen-Süd bei 3.290 Euro - 70 Prozent mehr. Selbst wenn man die Mehrkosten für die gestiegenen energetischen Anforderungen berücksichtigt, ergeben sich immer noch höhere Baukosten von rund 60 Prozent, heißt es aus dem Rathaus.
Einen sprunghaften Anstieg der Baukosten wird jetzt im Vergabeverfahren für das Feuerwehrhaus in Bahlburg deutlich. Betroffen sind aktuell die Gewerke Rohbauarbeiten und Elektroinstallation. Die Kostenberechnung für die Gesamtmaßnahme in Höhe von 950.000 Euro basierte auf der Kostenfeststellung des nahezu baugleichen, jedoch um ca. 15 Prozent größeren Gerätehauses in Stöckte, das 2015 mit einem Kostenvolumen von 927.000 Euro errichtet wurde. Bei der Kostenkalkulation für Bahlburg hat die Stadt schon eine jährliche Kostensteigerung von fünf Prozent zugrunde gelegt. Doch das reicht bei Weitem nicht aus, wie sich jetzt herausstellte.
Der Angebotspreis vom günstigsten Anbieter der Rohbauarbeiten liegt 19 Prozent über den kalkulierten 212.000 Euro. Die Firma, die das Haus in Stöckte gebaut hat, lag sogar 43 Prozent darüber.
Noch dramatischer ist der Preisanstieg bei der Gebäudetechnik. Hier hatte die Stadt mit 49.000 Euro kalkuliert. Das günstigste Angebot liegt 41 Prozent darüber. Zum Vergleich: In Stöckte hat die Elektroinstallation 43.112 Euro gekostet.
Die Verwaltung gibt zu, dass die Kostenschätzung durch die Hochbauabteilung zu optimistisch gewesen sei. Trotzdem votiert sie dafür, dass die Aufträge jetzt vergeben werden sollen. Eine spätere Vergabe würde zu noch höheren Preisen führen, warnt sie.