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Bewegende Reise ins Ungewisse: Peter Homann aus Stöckte schrieb ein Buch über tragisches Schicksal seiner Großtante in der Ukraine

Kurz vor der internationalen Pressekonferenz: Buchautor Peter Homann (Foto: Angelika Homann)
ce. Stöckte. Von einer bewegenden Reise ins Ungewisse ohne Wiederkehr erzählt Peter Homann (66) aus Stöckte in dem Buch "Die Liebe und die Leidenswege von Magda Homann" (ISBN 978-966-580-452-9). Darin zeichnet er das Schicksal seiner Großtante nach, die während des zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion umkam.
Die 1895 in Stöckte bei Winsen als sechstes und jüngstes Kind eines Bauern geborene Magda Homann wurde mit zwölf Jahren Halbwaise, als ihr Vater starb. Während des ersten Weltkrieges lernte sie den Sowjet-Soldaten Oleksa Kutschinski aus der Ukraine kennen und lieben. Magda wurde schwanger und in der Folge von vielen Menschen verachtet, weil sie sich "mit dem Feind der Deutschen eingelassen" hatte. Auch deshalb wanderten sie und Oleksa 1920 in dessen Heimatdorf aus. "Dort begann ihr Leidensweg", so Peter Homann. Seine Großtante und ihr Mann betrieben eine kleine Landwirtschaft, deren Erträge immer wieder von den Kommunisten geraubt wurden. Das Paar wehrte sich gegen die Zwangskollektivierung der Bauern und wurde als Klassenfeind angesehen. Magdas Mann verstarb 1934 nach schwerer Krankheit, ihre Söhne kämpften in der Armee gegen die Deutschen. Die Mutter wurde als Gefangene in eines von Stalins Gulag-Straflagern deportiert, wo sie vermutlich im Jahr 1943 verstarb. "Ich bin wie eine Blume auf dem Felde, einsam und verlassen", schrieb sie im letzten Brief im Juni 1942 an ihren damals in Stöckte lebenden Bruder Gustav.
Gustav Homann war es auch, der seinen Großneffen Peter Homann bat, den Lebensweg der Schwester zu erforschen. Homann recherchierte jahrzehntelang bei Privatleuten, Behörden und in Archiven in Deutschland und der Ukraine. Dabei rannte er vor "Glasnost" und dem Mauerfall häufig gegen eine "eiserne Wand", wenn es darum ging, Auskünfte von politischen Stellen zu erhalten. Tatkräftig unterstützt wurde er insbesondere von dem ukrainischen Journalisten Serhii Say-Bodnar, Urenkel von Magda Homann, der gemeinsam mit Homann nun das Buch schrieb.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew, wo es gedruckt wurde, fand jetzt die Vorstellung des Buches am ungewöhnlichen Schauplatz einer Nachrichtenagentur statt. Anwesend waren unter anderem Serhii Say-Bodnar, Vertreter des ukrainischen Schriftstellerverbandes und der Historikers Prof. Vladimir Serhiychuck von der Kiewer Universität. Peter Homann war von Stöckte aus per Skype zugeschaltet und beantwortete die Fragen von zahlreichen Journalisten. "Das war ein bewegender Augenblick für mich", sagte Homann gegenüber dem WOCHENBLATT. Serhiychuck zeigte sich von "Die Liebe und die Leidenswege von Magda Homann" sehr beeindruckt. "Sie geben in meisterhafter Weise jede Qualen und Torturen wieder, die diese junge, mutige und standhafte Frau in ihrem Leben erleidet", sprach der Geschichtswissenschaftler den Autoren seine Anerkennung aus.