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Bewusstseinsschärfung auf emotionaler Art

Starteten das Projekt (v. li.): Jörg Becker (Fahrschule Fletschok) Horst Hansen (Fahrschule Hansen), Stefan Boehlke, Wilfried Reinke, Benjamin Linz und Dirk Poppinga (alle PI Harburg), Rolf Zander (Verkehrswacht Harburg-Land) und Detlef Lüeß (Fahrschule Hauerwaas) (Foto: oh)
thl. Buchholz. "Ich fand den Vortrag sehr beeindruckend, besonders die vielen Fakten wie das hohe Unfallrisiko bei uns jungen Fahranfängern waren neu für mich. Teilweise war es schockierend, zu sehen, was so ein Unfall für Folgen verursacht. Bisher hat man über diese Unfälle nur etwas in der Zeitung gelesen", sagt Lena Frommann (16). Die junge Frau aus Buchholz ist eine der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die kürzlich dem neuen Fahrschulprojekt der Polizeiinspektion (PI) Harburg und Verkehrswacht Harburg-Land beiwohnten.
Bei dem Projekt kommen Beamte im Rahmen der Verkehrsprävention für "junge Fahrer" in die Fahrschulen und werden über mit eindrucksvollen Beispielen über die Gefahren im Straßenverkehr aufgeklärt. Hintergrund: Junge Menschen der Altersgruppe 18-24 Jahre sind überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt. Die Gefahr, in dieser Altersgruppe bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden, ist um ein Vielfaches größer als für alle anderen Altersgruppen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von mangelnder Fahrpraxis, über nicht vorhandenes Risikobewusstsein bis hin zur Selbstüberschätzung. Ziel des neuen Projektes ist es, die Zahl der folgenschweren Verkehrsunfälle zu senken.
Bei der Schulung lernen die Fahrschüler in einem Video die 23-jährige Mandy kennen, die mit ihrem Freund zu einer Spritztour aufbricht. Wenige Sekunden später ist Mandy tot; gestorben, weil ihr Freund zu schnell gefahren und mit dem Wagen gegen einen Baum geprallt war. "Keine leichte Kost, aber genau das sind tödliche Verkehrsunfälle auch nicht", sagt Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der PI. "Die Führerscheinneulinge sollen keine Angst vor dem Fahren bekommen, aber sie müssen lernen, aufmerksamer zu sein und erst einmal Fahrpraxis zu erwerben." Und genau dort liege der Ansatz dieses Projektes: eine Bewusstseinsschärfung
auf emotionaler Ebene. Denn jeder Unfalltote sei einer zu viel.
Das Besondere: Im Vortrag werden schwere Verkehrsunfälle aus dem Landkreis Harburg, bei denen junge Menschen verletzt oder getötet wurden, aufgegriffen und die Umstände wie Unfallursachen und -folgen erläutert. Das Unfallgeschehen "vor der eigenen Haustür" bekommt bei vielen Fahrschülern eine größere Nähe.
An der Auftaktveranstaltung in Buchholz beteiligten sich u.a. die Fahrschulen Fletschok (Buchholz) und Hansen (Jesteburg). Geplant ist, das Projekt im gesamten Landkreis Harburg auszubauen. Dafür hat die PI Harburg insgesamt 14 Beamte als Moderatoren beschult.
Interessierte Fahrschulen melden sich bei Dirk Poppinga, Tel. 04181 - 285109 oder dirk.poppinga@polizei.niedersachsen.de