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"Bittere Erfahrung": Hildegard Hillmer will Lebensmittelkontrolle des Landkreises Harburg erreichen - und landet bei der Stadt Oldenburg

Der Ärger schlägt ihr auf den Magen: Hildegard Hillmer mit fehlerhaftem Telefonbuch und abgelaufenen Pralinen
ce. Winsen. Pralinen wird Hildegard Hillmer (65) so bald nicht wieder essen, denn der jüngste Verzehr war für sie gleich in mehrfacher Hinsicht eine "bittere Erfahrung". Besonders übel aufgestoßen ist der Seniorin aus Winsen die Telefon-Odyssee, die sie auf ihrer Suche nach Information bei der Kreisverwaltung in Winsen erlebte.
Vor wenigen Tagen kaufte Hildegard Hillmer einen Kasten Pralinen. Abends aß sie ein paar davon. "Einige der Pralinen schmeckten leicht ranzig, ich habe sie gleich wieder ausgespuckt", sagt die Seniorin. Sie schaute aufs Hatbarkeitsdatum und stellte fest: Es war bereits im November 2013 abgelaufen.
Anderntags wollte sie gleich frühmorgens ihrem Ärger bei der Lebensmittelüberwachung des Landkreises Luft machen. Im örtlichen Telefonbuch fand sie aber nur die Faxnummern von Kreisverwaltung und Veterinäramt, dem die Lebensmittelkontrolle angegliedert ist. Erst unter "Bürgerservice" wurde sie im Telefonbuch fündig, wählte die Zentrale der Kreisverwaltung - und landete bei der Stadt Oldenburg.
Kein Irrtum, sondern "Synergie": Der Landkreis Harburg kooperiert beim telefonischen Bürgerservice mit den Gemeinden Salzhausen und Neu Wulmstorf sowie mit Oldenburg. Dorthin werden Ratsuchende bei überlasteten Leitungen in Winsen weitergeleitet.
"Man versprach mir, eine elektronische Mitteilung an den Kreis Harburg zu schicken, damit dieser sich bei mir meldet. Geschehen ist bislang nichts", ärgert sich Hildegard Hillmer. Ihre Meinung: "Eine derart wichtige Behörde wie die Kreisverwaltung muss doch für die Bürger erreichbar sein und im Telefonbuch stehen. Alles andere ist ein Unding."
Den abgelaufenen Pralinenkasten hat sie wieder ins Geschäft gebracht und das Geld zurückbekommen. Lapidarer Kommentar der Verkäuferin: "Das kann doch mal passieren."

Das sagt der Landkreis Harburg:
(ce). "Es ist offenbar auf eine fehlerhafte Kommunikation zwischen dem Netzbetreiber und dem Telefonbuch-Verlag zurückzuführen, dass in der aktuellen Ausgabe die Kreisverwaltung auf den Winsen-Seiten nur mit Fax-Nummern aufgeführt ist. In der nächsten Auflage wird dieser Fehler behoben und der Landkreis Hamburg dann mit der zentralen Telefonnumer genannt", so Kreis-Pressesprecher Johannes Freudewald auf WOCHENBLATT-Anfrage. Die im Fall Hildegard Hillmer von der Stadt Oldenburg nach Winsen geschickte Nachricht sei inzwischen gefunden worden. Die Lebensmittelüberwachung des Landkreises habe sich bereits mit Hillmer in Verbindung gesetzt und sich für die verspätete Bearbeitung entschuldigt.