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Das Ende einer Vereins-Ära

Der Sparklub-Vorstand trifft sich auch nach der Auflösung (v. li.): Christa Holdorf, Heidi Kamlah, Ingrid Rieckmann, Wolfgang Kaiser, Ingrid Beecken, Sabine Kaiser und Margrit Schröder. Nicht auf dem Bild: Dörte Blank
ce. Winsen. Eine Vereins-Ära ging jetzt in Winsen zu Ende, wo sich der Sparklub "Vorwärts" nach über 115 Jahren aufgelöst hat. "Unsere Mitglieder wurden älter und immer weniger. Und junger Nachwuchs, der verantwortungsvolle Posten im Klub übernehmen wollte, war leider wie vielerorts auch bei uns nicht in Sicht", bedauern die scheidende Vorsitzende Ingrid Beecken (73) und die nun ebenfalls amtlose ehemalige Hauptkassiererin Ingrid Rieckmann (53).
Aus der Taufe gehoben wurde der Klub 1897 von sieben Handwerkern, die für unterschiedliche Zwecke etwas Geld zurücklegen wollten. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte Hermann Elvers, der vom Start weg stolze 34 Jahre das Amt des Vorsitzenden inne hatte. Ihre Einzahlungen und andere Klubaktivitäten dokumentierten Elvers & Co. sorgfältig in Aufzeichnungsbüchern. Kurz nach dem Start gehörten dem Verein 34 Männer und Frauen an, in Spitzenzeiten waren es rund 1.200. Deren Spareinlagen nahmen Kassiererinnen des Klubs bei den Mitgliedern daheim entgegen und zahlten die Beträge auf das Vereinskonto bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude ein. Am Jahresende war jeweils Zahltag. Der Erlös und die Sparzinsen flossen teilweile in gemeinsame Feste und Ausfahrten. Die Mitglieder nahmen das Geld aber auch, um Geschenke für ihre Lieben zu kaufen oder Urlaube zu finanzieren.
Das nun nach der Auflösung des Klubs verbliebene Restguthaben ging als Spende an den Ambulanten Hospizdienst in Winsen. Die historischen Aufzeichnungsbücher sollen womöglich dem örtlichen Heimat- und Museumverein übergeben werden. Ingrid Beecken, Ingrid Rieckmann sowie die übrigen ehemaligen Vorstandsmitglieder Dörte Blank, Christa Holdorf, Wolfgang Kaiser, Sabine Kaiser, Heidi Kamlah, und Margrit Schröder treffen sich weiterhin. Ingrid Beecken: "Aus der Klubarbeit sind gute Freundschaften entstanden, die wir auch künftig pflegen wollen."