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"Das ist eine Tradition"

Im Landkreis sind die Faslamsumzüge, wie hier in Winsen, nach wie vor gut besucht (Foto: archiv)

Faslamsvereine im Landkreis haben nicht mit Zuschauerschwund zu kämpfen

(thl). Stell dir vor es ist Karneval und niemand geht mehr hin.
Die Meldung schlug bei den Karnevalisten in Niedersachsen ein wie eine Bombe. Beim weit bekannten Ossensamstag in Osnabrück gibt es seit Jahren einen dramatischen Zuschauerschwund. Standen vor gut zehn Jahren noch mehr als 100.000 Zuschauer beim Festumzug am Straßenrand, waren es in diesem Jahr nur noch rund 15.000 Besucher. Das WOCHENBLATT fragte bei den großen Faslamsvereinen im Landkreis nach, wie es hier aussieht. Wird das Fest noch angenommen?
„Beim Stöckter Faslam ist ein vergleichbarer Rückgang der Zuschauerzahlen nicht zu bemerken“, sagt Philipp Goldschmidt, Sprecher der Stöckter Faslamsbrüder. „Die Zahlen schwanken je nach Terminlage und Wetter ein wenig, aber wir erreichen immer zwischen 20.000 und 30.000 Zuschauer.“ Woran das liegt, könne er nicht genau erklären. „Aber ich denke, dass der Faslam den Menschen dieser Region sehr am Herzen liegt. Es ist eine Tradition, die von allen hier geliebt wird. Die kreativen Wagen, Kostüme und auch die ausgelassene gute Stimmung, sind ein Highlight des Jahres, das hier viele nicht verpassen wollen. Faslam macht einfach gute Laune.“
So sieht es auch Ralf Koenecke, Sprecher des Fliegerberger Faslam: „Nach meiner Einschätzung und auch einiger Faslamsaktiven ist des Zuschaueransturm ungebrochen. Unser Umzug am Anfang Februar war jedenfalls wieder gut besucht.“
In Toppenstedt geht es sogar wieder aufwärts. „Wir haben in diesem Jahr einen neuen Streckenverlauf und gleich viel mehr Zuschauer als in den Jahren zuvor am Straßenrand“, freut sich Faslams-Pressewart Sven Legge. „Und das trotz des am Morgen noch miserablen Wetters und der Tatsache, dass parallel der Stöckter Festumzug stattfand.“
Dafür haben aber vor allem die kleineren Faslamsvereine mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Mancherorts zieht nicht viel mehr eine Handvoll Aktive zum Schnorren durch die Straßen. Dort droht dieser Tradition über kurz oder lang das Aus.