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"Das stinkt zum Himmel!": Landwirt und Landkreis streiten um Erneuerung einer Kläranlage

"Hier läuft alles gut, da muss nichts erneuert werden!": Landwirt Harald Stöver an seiner Kläranlage
ce. Schierhorn. "Die ganze Sache stinkt zum Himmel! Was da von uns verlangt wird, ist Unsinn." Landwirt Harald Stöver (50) aus Schierhorn ist auf Zinne. Der Landkreis Harburg hat Stöver aufgefordert, seine 1997 gebaute und 2007 modernisierte Kläranlage durch eine biologisch betriebene Anlage zu ersetzen. Andernfalls werde wohl ein hohes Bußgeld fällig, da die Genehmigung für die erste Kläranlage abgelaufen sei. "Von einer Frist ist uns nichts bekannt", so Stöver.
Was bisher geschah: Vor 20 Jahren errichtete Harald Stöver auf seinem Grundstück für insgesamt rund 13.000 D-Mark eine Kleinkläranlage mit Pumpenschacht und von dort ausgehender Verrieselung. Die Anlage läuft mit einem Drei-Kammer-System, in dem von "dicken Fäkalien" bis zu Urin und Waschmaschinen-Wasser alle "Hinterlassenschaften" geklärt werden. Im Jahr 2000 baute Stöver für etwa 3.000 Euro einen Hügel, damit das geklärte Wasser besser verrieseln kann.
Nun bekam Harald Stöver ein Schreiben von der Abteilung Boden/Luft/Wasser des Landkreises Harburg, in dem ihm mitgeteilt wird, dass für seine Kläranlage die "Erlaubnis bereits 2007 abgelaufen" sei. "Die Neuerteilung einer Erlaubnis für die vorhandene Anlage kommt nicht in Betracht", so die Kreisverwaltung.
"Die Kläranlage läuft reibungslos, und es wird nichts in fließende Gewässer geleitet. Die Faulgrube der Anlage wird alle drei Jahre gereinigt und der Inhalt zur Großkläranlage in Glüsingen gefahren", so Stöver gegenüber dem WOCHENBLATT. "Wir sehen nicht ein, warum wir hier eine Bio-Kläranlage bauen sollen und haben einen Anwalt eingeschaltet, der unsere Interessen vertritt."
"Bei der Genehmigung seiner Anlage wurde Herrn Stöver mitgeteilt, dass die Erlaubnis jederzeit widerrufen werden kann und dass sie bis zum 31. Dezember 2007 gilt", erklärt Landkreis-Pressesprecher Johannes Freudewald auf WOCHENBLATT-Anfrage. "Die Anlage wird somit seit 2007 quasi illegal betrieben. Und da Herr Stöver den mehrfachen Aufforderungen des Kreises, Unterlagen und Informationen nachzureichen, nicht nachgekommen ist, wurde nun ein mit einer Anhörung verbundenes Bußgeldverfahren eingeleitet. Eine Bußgeldsumme wurde aber noch nicht festgesetzt."