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Dennis von der Fecht aus Winsen-Rottorf ist Deutschlands jüngster Bestattermeister - Ausbildungsweg führte quer durch die Republik

Mit aufgeschlagener Bibel und Stillleben von Picasso: Dennis von der Fecht an seinem Arbeitsplatz im Bestattungsinstitut
ce. Winsen. "Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe und nicht mehr aus der Reisetasche leben muss", sagt Dennis von der Fecht aus dem Winsener Ortsteil Rottorf. "Geschafft" hat er tatsächlich Außergewöhnliches: Mit gerade mal 20 Jahren ist der gebürtige Luhestädter nach jetzt erfolgreich bestandener Prüfung Deutschlands jüngster Bestattermeister. Der Ausbildungsweg dorthin führte ihn quer durch das Bundesgebiet.
Ende 2012 schloss von der Fecht seine Lehre zur Bestattungsfachkraft mit der Gesamtnote 1,7 ab und war damit Niedersachsens bester Geselle in dem Handwerk. Das damit verbundene Stipendium über 6.000 Euro von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade investierte er in seine Weiterbildung. Er besuchte das Bundesausbildungszentrum der Bestatter im bayerischen Münnerstadt, absolvierte dort auch den für den Meister notwendigen Betriebsfachwirt und machte in Berlin seinen Ausbilder-Eignungsschein.
Seine Abschlussprüfung legte der junge Mann vor der Handwerkskammer Düsseldorf ab, die - neben der Würzburger Kammer - als bundesweit einzige Meisterexamina für Bestatter abnimmt. In der Prüfung hatte von der Fecht die Beisetzung nach einem vierfachen Suizid abzuwickeln, bei dem zwei Erwachsene und zwei Kinder starben. Das fiktive Horrorszenario war das tragische Ende einer Kur, bei der sich ein Mann und eine Frau aus verschiedenen Familien ineinander verliebt hatten. Für Dennis von der Fecht, der sich auf die Betreuung von Angehörigen spezialisiert hat, war hier der trauerpsychologische Aspekt ein "besonderer Knackpunkt". "Die Hinterbliebenen mussten sich um die Beerdigung ihrer Ehepartner kümmern, obwohl die sich bereits von der Familie getrennt und sogar Kinder mit in den Tod genommen hatten. Das erfordert von uns viel Feingefühl", so von der Fecht.
Bei den übrigen Aufgaben musste er sein Fachwissen beispielsweise über Bestattungsdurchführung und Betriebsorganisation sowie über das Friedhofswesen und technische Abläufe in Krematorien unter Beweis stellen. Ein Fachgespräch mit dem Prüfungsausschuss bildete den Abschluss. Sein "gutes Gefühl" trog von der Fecht nicht: Er bestand die Meisterprüfung.
Seit 2009 ist Dennis von der Fecht beim Lüneburger Bestattungsinstitut Ahorn Trauerhilfe Lips beschäftigt. "Hier wurde ich vom Anfang meiner Ausbildung bis zur Meisterprüfung hervorragend gefördert. Ich fühle mich in diesem Unternehmen sehr wohl und werde meinem Arbeitgeber treu bleiben", sagt der junge Bestattermeister. Auch seine Familie habe ihn sehr unterstützt. Die Tatsache, dass er tagtäglich mit Todesfällen konfrontiert wird, hat Dennis von der Fechts positive Einstellung nicht getrübt. "Mein Beruf macht mir Freude, und die Rückmeldungen der Angehörigen bestätigen mich bei meiner Arbeit."
In Kürze zieht er von Rottorf nach Lüneburg, um näher an seiner Arbeitsstelle zu sein. "Wenn das geschafft ist, habe ich auch endlich wieder mehr Zeit, mich mit Freunden zu treffen."