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"Der größte Umweltfrevel!": Städtische Abholzaktion im Winsener Schützengehölz bringt Anwohner auf die Barrikaden

"Hier sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld!": Jan Kämper (3. v. li.) und weitere Gegner der städtischen Rodungsaktion im Winsener Schützengehölz
ce. Winsen. "Im Schützengehölz findet derzeit der größte Umweltfrevel der letzten Jahre statt!" Jan Kämper aus Winsen und viele andere Anwohner des Schützengehölzes sind empört darüber, was derzeit vor ihrer "Haustür" geschieht. Dort wurden in den vergangenen Tagen insgesamt rund 70 Bäume - darunter auch ein gutes halbes Dutzend Eichen und Buchen - gefällt. Wie die Stadt auf Anfrage der wütenden Anwohner und gegenüber dem WOCHENBLATT erklärte, sei die Rodung aus Sicherheitsgründen erfolgt, damit keine Äste auf die Wege fallen. Zudem seien zahlreiche Bäume krank oder bereits "tot" gewesen. Bei den - zum Teil öffentlich gewidmeten und für die Anfahrt zum Sportplatz genutzten - Hauptwegen würden verschärfte Haftungsgesetze für den Waldbesitzer und damit für die Stadt gelten, da es keine Waldwege im klassischen Sinne seien. "Vor der Rodungsaktion gab es drei Begehungen mit Fachleuten, die darüber entschieden haben, welche Bäume abgeholzt werden müssten", so Stadtsprecher Theodor Peters.
"Mir ist nicht bekannt, dass in den vergangenen Jahrzehnten im Schützengehölz ein Mensch durch herunterfallende Äste oder umkippende Bäume zu Schaden gekommen ist", schüttelt Jan Kämper den Kopf über die in seinen Augen sinnlose Tabula-Rasa-Maßnahme. "Man hätte doch das tote Holz herausschneiden können."
Auch Anwohner Peter Schneemann ist fassungslos und sich mit Kämper einig: "Viele Spaziergänger haben sich am Wald erfreut. Nun wird hier von der Stadt bewusst ein noch bis vor Kurzem intaktes Erholungsgebiet und Ökosystem zerstört."
• Das Schützengehölz ist auch Thema im Umweltausschuss der Stadt Winsen, der am Donnerstag, 20. Februar, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses tagt.