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"Der Schießsport half mir": Gehbehinderter Sportschütze Albin Zirk aus Vierhöfen holte bei Deutschen Meisterschaften Gold- und Silbermedaillen

Beim Schießtraining: Albin Zirk mit einem an eine Behinderung angepassten Spezialgewehr
 
Glanzvolle Auszeichnungen im Olympia-Jahr: eine Gold- und zwei Silbermedaillen holte Albin Zirk bei der Deutschen Meisterschaft in München
ce. Vierhöfen. "Ich betreibe seit 48 Jahren Schießsport. Die wohltuende Kraft dieser Passion habe ich jetzt am eigenen Leib erfahren." Das sagt Sportschütze Albin Zirk (56) aus Vierhöfen (Kreis Harburg), der seit gut anderthalb Jahren auf Gehhilfen und einen Rollstuhl angewiesen ist. Bei den Deutschen Meisterschaften in München startete er kürzlich erstmals in der Behindertenklasse SH 1 - und holte eine Gold- und zwei Silbermedaillen inklusive Meistertitel. "Das hat mir ganz viel Auftrieb und Mut für neue Ziele gegeben", freut sich Zirk.
Viele Jahrzehnte arbeitete der gebürtige Unterfranke erfolgreich als selbstständiger Fotograf und Werbefilmer. In seiner Freizeit waren in jeder freien Minute Radsport und Joggen angesagt. Diese Hobbies forderten ihren Tribut, da Zirk mehrfach an Achillessehne, Kreuzband, Innen- und Außenbändern operiert werden musste. "Durch die Operationen kam es genetisch bedingt zu Verwachsungen, Verknotungen und zur Bildung gutartiger Tumore. Das hat mich von den Beinen geholt. Seit Anfang 2015 bin ich offiziell berufsunfähig", sagt Albin Zirk.
Die Liebe zum Schießsport holte ihn nach diesem Schicksalsschlag wieder aus dem Tief heraus. An seinen Rollstuhl kann Zirk eine Auflage installieren, die es ihm ermöglicht, sitzend zu schießen. Um liegend oder kniend zu schießen, baute er sich einen Tisch als Stütze. "Ein auf meine Bedürfnisse bei Wettbewerben zugeschnittener Rollstuhl würde rund 5.200 Euro kosten. Das ist derzeit nicht drin, da ich keine Förderung bekomme, und einen Sponsor habe ich leider nicht", bedauert Zirk. Beim Kreissportbund Harburg-Land und beim Schützenverband Nordheide-Elbmarsch hat er vergeblich um finanzielle Unterstützung gebeten. Der Landessportbund hat indes eine Förderung zugesagt. "Die Höhe steht aber noch nicht fest", so Zirk. Auch etwa 10.000 Euro für Ausrüstung, Munition und Waffe hat er bislang aus eigener Tasche bezahlen müssen.
Die Investitionen und ein monatelanges hartes Training haben sich gelohnt. Bei den Deutschen Meisterschaften in München gewann er in der Behindertenklasse SH 1 in der Kleinkaliber-Disziplin 60 Schuss liegend die Goldmedaille und damit den Meistertitel. In den Disziplinen 3 x 40 Schuss Kleinkaliber und 60 Schuss Luftgewehr gab es jeweils Silber. "Mit einer Medaille hatte ich ja gerechnet, aber nicht mit dreien. Meine letzte Medaille bei Deutschen Meisterschaften liegt 38 Jahre zurück. Der Erfolg hat mir gezeigt, dass ich mit den Paralympics mithalten kann", freut sich Albin Zirk. Auch seine Lebensgefährtin Petra Putensen, die bei Deutschen Meisterschaften schon zwölf Medaillen abräumte, teilt die Freude über den erfolgreichen Sports- und Kampfgeist ihres Partners.
Das Paar gehört der Schützenkompanie Salzhausen an, deren Jugend Albin Zirk trainiert. Zudem engagiert er sich als Schießsport-Landestrainer in Hamburg. In seiner Freizeit fotografiert und filmt er gerne und spielt Saxophon. Die "erste Geige" spielt bei Zirk aber auch in Zukunft das Schießen: "Ich trainiere jetzt fleißig für Wettkämpfe, um mich für die Europameisterschaften in der Behindertenklasse 2018 und für die Paralympics 2020 in Tokio zu qualifizieren."
- Interessierte behinderte Sportschützen, die Informationen von Albin Zirk haben und ihre Erfahrungen mit ihm austauschen möchten, erreicht ihn per E-Mail unter zirk.fotograf@ewetel.net.