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Die "niedliche" Gefahr - Eichenprozessionsspinner werden zur Plage

In und um Winsen stehen zahlreiche Warnschilder
thl. Winsen. "Oh, guck mal, das sieht ja cool aus", sagt Jens (9) zu seinem Kumpel Jonas (9) und zeigt auf eine Art Kokon an einer Eiche, in dem sich zahlreiche Raupen tummeln. Neugierig, wie die Jungs sind, fassen sie das Nest an. Sekunden später bekommt Jonas an den Händen Hautausschlag mit starkem Juckreiz. Jens erwischt es noch schlimmer. Er ist Asthmatiker und kämpft mit Atemnot. Grund: Diese "niedlichen" Raupen waren Eichenprozessionsspinner. Und die entwickeln sich gerade zu einer echten Plage.
In und um Winsen sind zahlreiche Warnschilder aufgestellt. Denn die Brennhärchen der Raupen lösen beim Menschen allergische Reaktionen aus. Im Borsteler Kindergarten und an der Grundschule Luhdorf herrscht höchste Alarmstufe. Denn auf den Arealen haben sich die Eichenprozessionsspinner auch breit gemacht. Die Folge: Spielen und Pausen nur noch im Gebäude.
Die Stadt Winsen hat eine Fachfirma mit der Beseitigung der Nester beauftragt. Diese ist jeden Tag unterwegs und kommt trotzdem nicht hinterher. "Allein am Kindergarten in Borstel haben wir an einem Tag rund 30 Nester entfernt. Am nächsten Tag waren die Bäume wieder voll", erklärt ein Arbeiter seinen Kampf gegen die "Windmühlen".
Das niedersächsische Gesundheitsministerium rät, befallene Bereiche zu meiden und niemals die Raupen oder Nester zu berühren. Wer mit den Härchen in Kontakt kommt, sollte sofort einen Arzt aussuchen. Und bei Juckreiz sollte niemals gekratzt werden. Denn so werden die Gifthaare noch tiefer in die Haut getrieben.
Die Gefahr durch die Eichenprozessionsspinner besteht noch bis zum Spätsommer. Dann schlüpfen aus den dann verpuppten Raupen die fertigen Nachtfalter. Diese legen allerdings im Umkreis von etwa zwei Kilometern erneut ihre Eier an Eichenzweigen ab, sodass es im nächsten Jahr wieder zu einem Befall kommt.