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Eine teure Umleitung

Die tonnenschwere Gasröhre wird mit Hilfe von zwei Spezialkränen in Position gebracht und dann mit einer 80-Tonnen-Winde durch eine Betonummantelung gezogen

Erdgas-Pipeline: 55 Millionen Euro Mehrkosten für Südvariante / Jetzt musste ein Düker verlegt werden

bim. Scharmbeck. Das war wahrlich Zentimeterarbeit: Unter dem Sandabbau-See an der K8 zwischen Scharmbeck und Pattensen wurde jetzt im Zuge des Baus der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) ein Düker verlegt. "Das ist kein alltägliches Geschäft und funktionell und technisch eine Herausforderung", so Bauleiter Alf Kurtenbach von "Open Grid Europe" als Vertreter der Vorhabenträger. Die Verlegung der Pipeline unter dem See ist ein Ergebnis des Urteils des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Hinblick auf die Abstandsregelung zur Wohnbebauung.
Das im Durchmesser rund 1,40 m große Gasrohr wurde mit Hilfe von drei 48 mm dicken Stahlseilen und einer 80 t-Winde durch eine Betonummantelung gezogen. Der Düker selbst hat ein Gesamtgewicht von 770 t und eine Länge von 270 m. Für die Montagebahn waren 4.000 Kubikmeter Boden zur Geländeanpassung für die elastische Dükerverlegekurve aufgefüllt worden.
Auch an den Umweltschutz wurde gedacht: So wurden am Trassenrand Froschzäune aufgebaut. "Ab April wanderten hier bis zu 400 Tiere am Tag", berichtet Christian Kückemanns, der die Zäune mit seinem Kollegen Peter Pfeifer nun wieder abbaute.
Die im Februar 2011 begonnenen Arbeiten zum NEL-Bau neigen sich nun dem Ende. Wie berichtet, war die Leitung im vergangenen Oktober zum Teil in Betrieb genommen worden. Aufgrund der Klagen der Stadt Winsen, der Gemeinde Stelle und einzelner Bürger musste die rund sieben Kilometer längere Südvariante Winsen von Harmstorf bis Bütlingen gebaut werden. Dadurch wird der Bau rund 55 Millionen Euro, u.a. für Grundstückserwerb, Planungs- und Baukosten, teurer, so "Open Grid Europe"-Sprecher Helmut Roloff.
Insgesamt kostet der Bau der NEL auf 445 km von Greifswald bis Rehden, die auf 60 km den Landkreis durchquert, zirka eine Milliarde Euro. Mit der endgültigen Fertigstellung wird Anfang November gerechnet. Dann sollen pro Jahr rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland durch die Pipeline fließen.