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Flüchtlinge beginnen Ausbildung bei Winsener Modellprojekt "Darius II"

Freude über den Erfolg: die neuen Auszubildenden und weitere am "Darius II"-Beteiligte (Foto: Christian Berndt)
ce. Winsen. Erfolg für das "Darius"-Modellprojekt, in dem sich seit Ende 2015 der Kirchenkreis Winsen in Kooperation mit der Stadt dafür engagiert, Flüchtlinge ab 21 Jahren auf eine Ausbildung vorzubereiten: Sechs weitere Teilnehmer der nach einem Asylbewerber benannten Initiative beginnen jetzt ihre Lehre. Es sind Sobhi Shahin, Ebrahim Seyfi, Abraham Simon Derar, Larisa Tashukhazhieva, Yonas Mesfn Okbe und Mohammed Kabir Ghulami.
Bernd Egert als Projektleiter gratulierte den angehenden Lehrlingen. "Das Projekt ist neue und auch unkonventionelle Wege gegangen, um den anerkannten Flüchtlingen, Asybewerbern, -suchenden oder Geduldeten - abhängig von Vorbildung, Fähigkeiten und beruflichen Neigungen - Brücken ins Berufsleben zu bauen", so Egert. Insbesondere die fortwährende Begleitung der Geflüchteten durch berufserfahrene ehrenamtliche Coaches habe sich als Schlüssel für einen erfolgreichen Berufseinstieg erwiesen.
Begleitend zum Projekt hat die Stadt Winsen in einem ehemaligen Gasthaus ein Lehrlingswohnheim mit 16 Plätzen geschaffen. Hier können Teilnehmer ungestört lernen und Hausaufgaben machen.
Nachdem 2016 neun Flüchtlinge im Rahmen von "Darius I" eine duale Ausbildung begonnen hatten, wurde im November des vergangenen Jahres "Darius II" gestartet. Nach Eignungsfeststellung und Sprachtest wurden 22 Flüchtlinge in das Projekt aufgenommen. Einem zweimonatigen Deutschkurs der Kreisvolkshochschule folgten betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen. Begleitet wurde die Praktikumsphase von intensivem Deutsch- und Matheunterricht. Anders als bei "Darius I" gab es zwei Klassen, in denen jeweils Teilnehmer mit wenigen bzw. fortgeschrittenen Sprachkenntnissen saßen. Aus diesem Kreis beginnen jetzt sechs Teilnehmer  aus fünf Ländern mit einer dualen Ausbildung. Sie streben eine Ausbildung an als Maler, Installateur, Altenpfleger, KFZ-Mechatroniker und Hauswirtschafterin an. Andere schlugen inzwischen andere Wege ein, fanden Arbeit oder vertiefen noch ihre Sprachkenntnisse.
"Es ist wunderbar, dass die angehenden Auszubildenden auch weiterhin ihre 'Coaches' an der Seite haben", freute sich Thomas Degen, Leiter der Berufsbildenden Schulen in Winsen.
Superintendent Christian Berndt betonte: "Ich bin sehr dankbar für die vielen Menschen, die unsere 'Darius'-Teilnehmer mit auf den Weg gebracht haben.“ Er erinnerte daran, dass auch der Herbergsverein Winsen, die Arbeitsagentur, das Jobcenter, der Landkreis Harburg, die Kammern und die Kreishandwerkerschaft durch viele individuelle Hilfen den Weg der neuen Auszubildenden erst möglich gemacht hätten.
Die "Darius-Teilnehmer" werden auch während ihrer Ausbildung weiterhin begleitet. Dazu werden noch begeisterte Interessierte gesucht, die sie durch Nachhilfe unterstützen können.