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Goethes "Faust" jetzt "up Platt": Journalist Rainer Schobeß arbeitete an außergewöhnlichem Hörbuch mit

Das Cover des Platt-Hörbuchs: Auch auf der CD ist Andreas Auer, der den Faust im Schweriner Theater spielte, zu hören (Foto: Tennemann-Verlag)
ce. Toppenstedt. "Von Iesgang frie sünd Strom un Bäken!": Diese Naturbeschreibung ist die plattdeutsche Variante des berühmten "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche" aus dem Osterspaziergang in Goethes Klassiker "Faust". Sie stammt aus der gefeierten Inszenierung "Dat Späl von Dokter Faust" der niederdeutschen Fritz-Reuter-Bühne am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin. Zum 90. Geburtstag des Ensembles haben der NDR und Radio Bremen das Stück jetzt als Hörbuch (ISBN 978-3-941452-45-9) herausgebracht, an dem NDR-Journalist Rainer Schobeß (59) aus Toppenstedt (Kreis Harburg) mitarbeitete.
Die Tragödie des Wunderheilers und Alchemisten Faust, der einen Pakt mit dem Teufel Mephisto eingeht, um seine Lebensfreude wieder zu erlangen, wurde 1808 von Johann Wolfgang von Goethe geschrieben und ist weltbekannt. Die Aufführung der Schweriner Fritz-Reuter-Bühne nach der plattdeutschen Fassung von Autor Friedrich Hans Schäfer feierte 2005 Premiere. Am aufgrund des riesigen Erfolges entstandenen Hörspiel wirkten die Theaterdarsteller selbst mit.
"Aus dem Literaturdenkmal ist ein unvergessliches pralles Volksstück geworden", sagt Rainer Schobeß, der am Booklet des Hörbuchs mitschrieb. Er beschreibt darin anschaulich die Entwicklung vom 1587 erschienenen Volksbuch "Historia von D. Johann Fausten, dem weitbeschreyten Zauberer und Schwartzkünstler" über das darauf basierende Werk Goethes bis zum Schweriner Volksstück. "In der plattdeutschen Übersetzung klingen Goethes Reime noch näher am Leben und frischer", so Schobeß. So stelle sich Mephisto nun mit den Worten vor: "Ein Deil bün ick von de Kraft, de blots das Lege will un so dat Gode schafft ("Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft").