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"Grausamer Krieg gegen das Volk": Kurden demonstrierten in Winsen gegen deutsch-türkische Politik und Präsident Erdogan

ce. Winsen. "Merkel finanziert - Erdogan bombardiert!": Mit Parolen wie diesen, Reden, Bannern und Transparenten demonstrierten jetzt weit über 100 Kurden sowie befreundete Vereine und Verbände aus dem Landkreis Harburg vor dem Winsener Rathaus gegen die deutsch-türkische Politik und gegen den "grausamen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung" unter dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Demonstranten forderten Freiheit für den seit 17 Jahren in Haft sitzenden Kurden-Führer Abdullah Öcalan und einen Status für Kurdistan. Deniz Capli hatte die Kundgebung für die kurdische Gemeinde in Winsen organisiert.
Die Veranstaltung solle "die Massaker im Osten der Türkei in den Fokus rücken", erklärte Capli. "Seit knapp einem Jahr werden kurdische Städte und Bezirke unter Ausgangssperre gestellt, um dann systematisch angegriffen und zerstört zu werden. Hunderte Zivilisten sind bei diesen Angriffen bereits ums Leben gekommen", berichteten die Veranstalter in einem vor Ort verteilten Flugblatt. Die Lage in den zerstörten Städten gleiche den verheerenden Szenarien in den Bürgerkriegsgebieten Syriens. Journalisten würden bedroht und verhaftet, damit sie nicht über die Geschehnisse berichten. Bei oppositionellen Politiker, die die Verbrechen von Erdogan und seiner Partei AKP öffentlich machen wollten, werde die Immunität aufgehoben, um sie ins Gefängnis zu sperren. "Damit die Soldaten, die die Kriegsverbrechen in den kurdischen Gebieten begehen, nicht für diese haftbar gemacht werden können, werden neue Gesetze erlassen, welche die Armee vor rechtlichen Folgen schützt", so die Demonstranten.
Viele Beobachter der an die Solidarität der deutschen Bevölkerung appellierenden Kundgebung standen dieser etwas ratlos gegenüber. "Die Beweggründe der Kurden wären besser rübergekommen, wenn hier nicht vorwiegend nur in ihrer Sprache gesprochen, sondern simultan auch ins Deutsche übersetzt worden wäre", gab ein Winsener zu bedenken.