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Gute Zeiten für Bürgerwindpark

Stellten das Projekt vor (v. li.): Udo Behnke (Sparkasse), Windpark-Mitinitiator Günther Bock, Bauamtsleiter Uwe Luhmann, die Windkraft-Planer Florian Nitsch und Rosemarie Rübsamen sowie Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth
ce. Marschacht. Die Zeichen für einen Bürgerwindpark in der Elbmarsch stehen gut. Das war der Tenor eines Infoabends, zu dem die Samtgemeindeverwaltung jetzt in die Marschachter Grundschule eingeladen hatte. Angestoßen worden war das Vorhaben von den Elbmarscher Räten, die Ende 2012 die Energiewende in der Region und die Förderung der Windkraft beschlossen hatten (das WOCHENBLATT berichtete).
Der Elbmarscher Bauamtsleiter Uwe Luhmann, Bürgerwindpark-Mitinitiator Günther Bock, die Windkraftanlagen-Planer Florian Nitsch und Rosemarie Rübsamen sowie Udo Behnke von der Sparkasse Harburg-Buxtehude informierten vor zahlreichen interessierten Zuhörern über die Schwerpunkte des Projekts:
- Vorzüge des Bürgerwindparks gegenüber einem Investorenpark: "Die Wertschöpfung und die Gewerbesteuer soll in der Elbmarsch bleiben", hob Günther Bock, der auch Geschäftsführer der Marschachter Chemiefabrik Bruno Bock KG ist, hervor. Mit einer möglichst breiten Beteiligungsmöglichkeit für die Bürger solle die Akzeptanz der Anlagen vor Ort erhöht werden.
- Standort des Windparks: In Frage kommen nach Untersuchungen des Landkreises Harburg eine Fläche am nahe dem Gewerbegebiet Eichholz zwischen Eichholz, Hunden und Oldershausen sowie ein Areal zwischen Avendorf, Tespe und Bütlingen. Im neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP), das 2014 vorliegen soll, werde wahrscheinlich nur eines der beiden Terrains ausgewiesen, prognostizierte Uwe Luhmann.
- Windpark-Struktur: Geplant ist auf dem Parkgelände die Errichtung von fünf bis sechs Anlagen, die etwa 200 Meter hoch sind. Jede Anlage soll rund 8,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und damit 2.500 Haushalte versorgen können. Die Mindestabstände von 1.000 Metern zur Wohnbebauung würden eingehalten und die Schall-Grenzwerte nicht überschritten, versicherte Florian Nitsch.
- Finanzierung der Planung: Eine Kommanditgesellschaft unter der Leitung von Günther Bock wurde für die Planung der Anlagen gegründet. Um die Planung inklusive eines Umweltgutachtens zu finanzieren, müssen sich insgesamt 50 Teilhaber, so genannte Kommanditisten, mit jeweils 10.000 Euro beteiligen. 1.000 Euro sollen dabei als Kommanditeinlage hereinkommen, der restliche Betrag als mit neun Prozent verzinstes Gesellschafterdarlehen. "Sollte das Projekt aus Umwelt- oder Naturschützgründen abgeblasen werden, wären - je nach Planungsstand - aber nicht die gesamten 10.000 Euro flöten, sondern nur ein Teil davon", so Günther Bock. Derzeit beteiligen sich 25 Kommanditisten, zehn weitere Anwärter haben ihr Interesse bekundet.
- Finanzierung des Bürgerwindparks: Wenn alles glattgeht, soll der Bürgerwindpark in etwa vier Jahres Realität werden. Jede Windkraftanlage wird dann laut Udo Behnke für die Betreibergesellschaft mit rund fünf Millionen Euro zu Buche schlagen. 20 Prozent müssten als Eigenkapital beigesteuert werden. Der Rest sei über Kredite zahlbar. Um die Summe aufzubringen, sollen sich auch Elbmarscher Bürger, die Samtgemeinde und gegebenenfalls Nachbarkommunen beteiligen können. Die Gewinnspanne würde Behnke zufolge von fast 24.000 Euro im ersten bis zu 450.000 Euro im 20. Windrad-Laufjahr reichen.
Inwieweit sich die Samtgemeinde am Bürgerwindpark beteiligt, darüber wird voraussichtlich im September beraten. Verwaltungschef Rolf Roth: "Ich sehe darin eine große Chance auf dem Weg zur Energiewende."