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"Ich will ihn in die Arme nehmen!": Mario Borchert aus Tostedt sucht mit Hilfe der WOCHENBLATT-Leser seinen Vater José Blasquez

Stationen eines (Familien-)Lebens: Mit diesem Plakat sucht Mario Borchert seinen Vater (Foto: oh)
ce. Tostedt. "Ich habe ihn so lange nicht gesehen. Es wäre toll, wenn wir uns endlich in die Arme nehmen könnten!" Das sagt Mario Borchert (52) aus Tostedt. Ein knappes Jahr nach dessen Geburt verschwand sein Vater José Blasquez spurlos. Als Borchert kürzlich im WOCHENBLATT von dem Winsener Peter Homann (66) las, der bereits mehrere Familien wieder zusammengeführt hat, bat auch er den Luhestädter um Unterstützung bei der Suche nach seinem Erzeuger.
Rückblick ins Jahr 1961: Beim Tanztee unweit des Kiekeberges lernt Christa Borchert aus Harburg den Gastarbeiter José Blasquez kennen - und lieben. Blasquez wohnt seinerzeit wahrscheinlich in einer Arbeiterunterkunft am Kiekeberg, am Falkenbergsweg oder am Petershof. Im Februar 1962 kommt Sohn Mario zur Welt. Weil der Vater nur eine begrenzte Aufenthaltserlaubnis für Deutschland hat, muss er bald darauf in seine Heimat zurückkehren. Mario bleibt bei seiner Mutter, die wenig später Harald Langrock heiratet und mit ihm zwei weitere Söhne bekommt. "Ich wuchs in dem Glauben auf, dass mein Stiefvater mein leiblicher Vater war", sagt Mario Borchert. Die Wahrheit erfährt er erst, als Harald Langrock 1976 verstirbt. Als seine Mutter 1981 stirbt, muss er sich um seine beiden jüngeren Brüder kümmern. Gleichzeitig versucht er seitdem, seinen Vater zu finden - und setzt nun seine ganze Hoffnung auf Peter Homann.
"Herr Borchert bat mich verzweifelt um Hilfe, weil er wusste, dass ich Angehörige, die sich aus den Augen verloren haben, wieder zusammengebracht habe", so Homann. Zudem habe ihn Borcherts Schicksal "besonders berührt". Eine erste mögliche Spur zu dessen Vater fand Homann auf einem Foto, auf dessen Rückseite "Ehstorf über 5 Hamburg Harburg" geschrieben stand. Prof. Dr. Rolf Wiese, Direktor des Freilichtmuseums am Ehestorfer Kiekeberg, erklärte Homann , dass mit "über 5" womöglich die Unterkunft von José Blasquez gegenüber dem Ehestorfer Hof Nr. 5 gemeint sein könnte. Das war seinerzeit das Gasthaus Prigge, das heute nicht mehr gastronomisch betrieben wird, als Gebäude aber noch existiert.
Mario Borchert und Peter Homann haben folgende Fragen an die WOCHENBLATT-Leser:
- Wer kennt/kannte den (ehemaligen) spanischen Gastarbeiter José Blasquez?
- Wer weiß, wo spanische Gastarbeiter zwischen 1960 und 1965 in der Nähe des Kiekeberges, Falkenbergweges oder Petershofes wohnten und arbeiteten?
- Wer hat bei Tanztees in Harburger Lokalen mit Spaniern zwischen 1960 und '65 Kontakt gehabt?
- Wer hatte spanische Arbeitskollegen in Firmen in Hamburg, Harburg oder Finkenwerder?
- Wer kannte Marios Mutter Christa Borchert aus dem Ölschlägerweg in Harburg?
- Hinweise nimmt Peter Homann unter Tel. 04171 - 2666 und per E-Mail unter angie.homann@t-online.de entgegen.