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"Katzen-Aids": "Einschläferung war ein Unding!"

Kater "Bulli" zu Lebzeiten: Seine Besitzerin ließ ihn einschläfern, nachdem bei ihm "Katzen-Aids" festgestellt worden war (Foto: Foto: archiv)
ce. Winsen. "'Bulli' war von einer Aids-Erkrankung meilenweit entfernt, sondern allenfalls infiziert. Dass seine Besitzerin ihn einschläfern ließ, ist ein Unding." Das sagt der Veterinär Dr. Ronald Pohle aus Winsen. Er behandelte den Kater "Bulli", den Ilona M. (34, Name von der Red. geändert) kürzlich aus den örtlichen Tierheim holte. Als bei dem Vierbeiner das Feline Immunodeficiency Virus (VIF), auch als "Katzen-Aids" bekannt, festgestellt wurde, forderte Ilona M. Schadensersatz (das WOCHENBLATT berichtete).
"Das Tierheim brachte 'Bulli' zu mir, weil er sich auf ungeklärte Weise eine großflächige und tiefe Verletzung im Hals-Nacken-Bereich zugezogen hatte", berichtet Ronald Pohle. Mit Unterstützung der Heim-Kräfte sei die Wundheilung gut verlaufen, widerspricht Pohle der Darstellung von Ilona M., wonach die Wunde in "katastrophalem Zustand" gewesen sei. Das Einschläfern "Bullis", das M. nach der VIF-Diagnose in der Tierklinik Lüneburg veranlasste, verurteilt Ronald Pohle. "Dazu hatte sie nur aufgrund der Infizierung des Tieres kein Recht. Es hätte Jahre dauern können, bis die Aids-Krankheit ausgebrochen wäre - wenn überhaupt", so der Tierarzt. Nach der monatelangen erfolgreichen Wundbehandlung bei "Bulli" hätten er und das engagierte Tierheim-Team diese anmaßende Entscheidung über Leben und Tod nicht verdient. "Die Besitzerin hätte 'Bulli' zur weiteren Pflege ins Heim zurückbringen müssen."
Die Zahlung eines Schadensersatzes für Ilona M. durch das Heim lehnt Ronald Pohle strikt ab. Pohle: "Das Heim kann aus Kostengründen die Tiere nicht auf alle erdenklichen Krankheiten testen lassen. Es muss als Auffanglager den verstoßenen und vernachlässigten Tieren mit wenig Geld und sehr viel Zuwendung das Leben erträglich machen. Dieser Job wird in Winsen sehr gut erledigt."