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Keine Sicherheit bei Fracking-Limit: SPD-Ortsverein Hohe Geest kritisiert Haltung der Berliner Koalition

ce. Landkreis. Auf heftige Kritik beim SPD-Ortsverein Hohe Geest stößt die Haltung der Berliner Koalition zur lebensfeindlichen Erdgasförderung per Fracking. Laut dem Ortsvereinsvorsitzenden Markus Beecken hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zunächst erklärt, dass es Fracking zur Förderung von Schiefergas zu wirtschaftlichen Zwecken "auf absehbare Zeit in Deutschland nicht geben" werde. Nun würden Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks eine "Doppelstrategie" vorschlagen. Demnach soll das unkonventionelle Fracking unter teilweisem Einsatz giftiger Chemikalien bis zu einer Tiefe von 3.000 Metern verboten werden, mit Ausnahme von Bohrungen zu wissenschaftlichen Zwecken. Das konventionelle Fracking in mit Erdgas gefüllten Hohlräumen solle Gabriel und Hendricks zufolge weiter möglich bleiben.
Der SPD-Ortsverein weist darauf hin, dass für den größten Teil des Landkreises Harburg vom Landesbergbauamt einem US-Unternehmen die Erlaubnis erteilt wurde, nach Erdgas und -öl zu forschen. Die bisherigen Ergebnisse seien nicht bekannt. Die Sozialdemokraten lehnen daher weiterhin die Schiefergasgewinnung durch Fracking ab. "Die vorgeschlagenen Einschränkungen gehen nicht weit genug, da die Schlupflöcher für die Öl- und Gaskonzerne zu groß sind", so Beecken. Das 3.000-Meter-Limit bringe "keinen Deut Sicherheit für unser Grund- und Trinkwasser".
Dr. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion der Grünen, kritisiert, dass sich Gabriel und Hendricks "nicht am Stand der Wissenschaft, sondern an den Wünschen der Erdgasindustrie orientieren". Zur Untermauerung verweist Verlinden auf ein jetzt vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichtes Gutachten. Dessen Tenor: In Deutschland solle vorerst auf Fracking verzichtet werden, bis dessen Risiken besser bekannt seien und es entsprechende gesetzliche Bestimmungen gebe.