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Landkreis Harburg: Matinee zum Internationalen Weltfrauentag "Es besteht auch 2015 Handlungsbedarf"

Matinee zum Weltfrauentag: Andrea Schrag (li.) lud Referentin Mechthild Schramme-Haack (mi.) und die stellvertretene Landrätin Anette Randt (CDU) sowie interessierte Bürger ins Winsener Kreishaus, um hier über Gleichberechtigung zu diskutieren
 
Vielseitige Veranstaltung: Die Matinee wurde vom Musiker Peter Mehrwald sowie von Bilder der Initiative "Zeit für FrauenKunst" umrahmt
Sei knapp 100 Jahren wird am 8. März der Internationale Weltfrauentag, der auf die deutsche Frauenrechtlerin und Sozialdemokratin Clara Zetkin zurückgeht, gefeiert.
So auch vergangenen Sonntag in Winsen: Hier lud die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, Andrea Schrag zu einer Matinee unter dem Motto "Halbe-Halbe? Auf jeden Fall mehr Geschlechtergerechtigkeit" in das örtliche Kreishaus ein. "Auch im Jahr 2015 besteht noch Handlungsbedarf in frauen- und gleichstellungsrelevanten Themen. Der Kreistag des Landkreises Harburg ist mit einem Frauenanteil von 33, 87 Prozent zwar gut besetzt, auf Gemeindeebene jedoch sitzen nur 22,19 Prozent Frauen in den Kommunalparlamenten", so die Gleichstellungsbeauftragte in ihrer Ansprache.
Das Motto des Tages, das auf die kürzlich vom Landesfrauenrat Niedersachsen (LFRN) und der "LAG kommunaler Frauenbüros und Gleichberechtigung und Vernetzung" gestartete, öffentlich aber nicht unumstrittene Online-Petition „Halbe/Halbe in Rat und Kreistag: Ändern Sie das Wahlgesetz!“ abzielt, wurde mit einer Festrede von Mechthild Schramme-Haack, Vorstandsmitglied im Landesfrauenrat Niedersachsen, untermauert.
In dem rund einstündigen Vortrag zur Geschlechtergerechtigkeit ("Parité") in politischen Gremien und Führungspositionen, gab die Referentin den Anwesenden einen Überblick zu gesetzlichen und politischen Gegebenheiten und zeigte auf, wie Gleichberechtigungsgebot und politische Wirklichkeit landesweit noch immer auseinander driften. "Seit fast 100 Jahren dürfen Frauen in Deutschland wählen. Sie machen mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten in Deutschland aus, doch die Hälfte der Sitze in Parlamenten, politischen Gremien und Ämtern haben Frauen bei weitem nicht inne", so Mechthild Schramme-Haack.
So gebe es neben der Bundeskanzlerin Angela Merkel nur fünf Bundesministerinnen und vier Ministerpräsidentinnen, nur rund 36 Prozent der Abgeordneten seien weiblich. Und weiter: "Im Niedersächsischen Landtag haben Frauen nur knapp 30 Prozent der Sitze und der Frauenanteil in den Kommunalparlamenten liegt bei 26 Prozent", sagte die Referentin, die in ihrem Vortrag final auch über nationale Grenzen hinaus blickte. "Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und Slowenien haben das 'Parité Gesetz', das eine gesetzliche Quote für die Repräsentanz von Frauen in Parlamenten sowie auf den Listen Landes- und kommunaler Parteien vorsieht. In Frankreich beispielsweise hat das Gesetz die Politikverdrossenheit reduziert, die Wahlberechtigung erhöht und zu Gesetzen geführt, von denen Frauen profitieren", so Schramme Haack zum Abschluss ihres Vortrages.
Umrahmt wurde die Veranstaltung von der Bilder-Ausstellung "Frauen so vielfältig, wie Farben auf ihren Bildern" von die Initiative "Zeit für FrauenKunst". Die Bilder, die noch bis zum 19. März im Foyer der Kreisverwaltung innerhalb der Öffnungszeiten besichtigt werden können, stammen von Malerinnen aus dem Landkreis und aus Hamburg. Musikalisch sorgte der Musiker Peter Mehrwald aus Hamburg, als "Blauer Peter" für gute Unterhaltung.
•„Halbe/Halbe in Rat und Kreistag: Ändern Sie das Wahlgesetz!“: Die Online-Petion vom Landesfrauenrat Niedersachsen (LFRN) und der "LAG kommunaler Frauenbüros und Gleichberechtigung und Vernetzung" hat eine paritätische Teilhabe von Frauen in den Kommunalvertretungen des Landes Niedersachsen zum Ziel und fordert die Einführung des „Parité Gesetz“ auf Landes - und kommunaler Ebene. Mehr dazu unter www.landesfrauenrat-nds.de