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"Langfristige Lösung wäre besser": Dachdecker-Innung zur vorläufigen Aussetzung der umstrittenen Styropor-Regelung durch Bundesrat

Dachdecker-Obermeister Marcus Marquardt (Foto: archiv/ce)
ce. Landkreis. "Es wäre besser, wenn es eine langfristige Lösung gäbe. So kann es passieren, dass wir in einem Jahr wieder vor den selben Problemen stehen." Das sagte Marcus Marquardt, Obermeister der Dachdecker-Innung des Kreises Harburg, auf WOCHENBLATT-Anfrage zur jüngsten Entscheidung des Bundesrates in Sachen Styropor-Problematik. Das Gremium setzte vor wenigen Tagen eine erst am 1. Oktober in Kraft getretene Abfall-Neuregelung vorerst für zwölf Monate wieder aus. Die Verordnung galt für Abfälle, die so genannte persistente-organische Schadstoffe enthalten. Sie klassifizierte Styropor mit dem Flammschutzmittel HBCD als Sondermüll, der jedoch nur von ganz wenigen Entsorgungsanlagen in Deutschland angenommen wird.
Die Verordnung führte daher zur vorübergehenden Stilllegung zahlreicher Baustellen. Zudem türmen sich vielen Dachdeckerbetrieben, die mit Styropor als Dämmmaterial arbeiten, Berge von Altlasten. Mit der jüngsten Entscheidung will die Länderkammer des Bundesrates eine auf ein Jahr befristete Ausnahmeregelung für Styropor mit dem Flammschutzmittel durchsetzen, damit dieses wieder zusammen mit anderen Abfällen verbrannt und der Entsorgungsengpass behoben wird. Gleichzeitig sollen die Fachgremien von Bund und Ländern so Zeit bekommen, um eine rechtskonforme und bundeseinheitliche HBCD-Entsorgung vorzubereiten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will das Moratorium in Sachen Styropor laut Medienberichten in diesen Tagen um Bundeskabinett absegnen lassen, damit es möglichst schnell in Kraft treten kann.
"Es ist natürlich gut, dass Unternehmen, deren Auftrage ins Stocken geraten waren, erstmal weiterarbeiten können und ihre Abfälle loswerden", so Dachdecker-Obermeister Marcus Marquardt. "Das Ziel muss aber eine unbefristete einheitliche Regelung sein, mit der das Handwerk gut leben kann."