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Lebende Königsnatter war Attraktion beim Sangenstedter Seniorentreff

Auch Anfassen war erlaubt: Dr. Klaus Hamann präsentiert den Sangenstedtern die Königsnatter (Foto: Stadt Winsen)
ce. Sangenstedt. "Königlichen" Besuch gab es kürzlich beim Sangenstedter Seniorentreff, als dort Dr. Klaus Hamann, Kreisnaturschutzbeauftragter und Leiter des naturkundlichen Museums in Handeloh, zu Gast war. Er hielt einen spannenden Vortrag über "invasive Arten" - nämlich ursprünglich gebietsfremde Tiere, die vor vielen Jahrhunderten mit Beginn des Ackerbaus in der Jungsteinzeit oder durch den Handel der Römer in hiesige Gefilde kamen. Zur praktischen Anschauung hatte Hamann eine lebende Königsnatter mitgebracht. 
Die vorwiegend in den USA und Mexiko vorkommende Natter gehört zu den nicht heimischen Tiergattungen. "Viele neue Arten breiten sich bei uns entweder eigenständig, bedingt durch Klimawandel, als blinder Passagier durch die zunehmende globale Mobilität oder als freigelassene Heimtiere bei uns aus", erklärte Hamann. Diese Tiere würden dadurch die heimischen Arten gefährden.
Anhand von Präparaten, die er aus seinem Museum mitgebracht hatte, erläuterte Hamann die Entwicklung an weiteren Beispielen. So würden etwa die rot- und gelbwangigen Schmuckschildkröten in Hamburg schon fast jedes Gewässer bevölkern. Die Tiere würden als Jungtiere für das heimische Aquarium gekauft und später, wenn sie ein Vielfaches ihrer Anfangsgröße erreicht haben, in Teichen und Gewässern ausgesetzt. Dies führe zur ungehinderten Vermehrung in freier Natur. "Durch Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz werden die heimischen Arten verdrängt und schlimmstenfalls ganz ausgerottet", mahnte Hamann. „Deshalb sollte man diese Tiere nie einfach aussetzen, wenn man ihrer überdrüssig ist“, lautete sein Appell. Als Höhepunkt der Veranstaltung durften die Teilnehmer schließlich einer Hakennatter beim Verspeisen einer Maus zusehen.