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Löscheimer als Lockmittel: Eyendorfer Feuerwehr hat pfiffige Idee bei Mitgliederwerbung

Beim Verteilen der Haushaltslöscheimer: Eyendorfs Ortsbrandmeister Andreas Rosenberger (re.) und sein Vize Andreas Michaelis händigten auch Marco Tiedemann einen Wasserbehälter aus
ce. Eyendorf. Bundesweit haben die Feuerwehren mit rückläufigen Mitgliederzahlen zu kämpfen. Um neue Einsatzkräfte zu gewinnen, startete die Freiwillige Feuerwehr Eyendorf (Landkreis Harburg) jetzt eine ebenso originelle wie ungewöhnliche Werbeaktion: Sie verteilten knallrote Haushaltslöscheimer zur Selbsthilfe an die Ortseinwohner. "Wenn wir mangels Personal mal nicht selbst ausrücken können, müssen die Bürger Wasser in die Eimer füllen und mit den Nachbarn gegebenenfalls wie vor 150 Jahren eine Eimerkette zur Brandbekämpfung bilden", erklärt Ortsbrandmeister Andreas Rosenberger den Hintergrund der Aktion und malt dabei ein zum Glück noch nicht eingetretenes Ernstfall-Szenario aus.
In Spitzenzeiten hatte die Eyendorfer Feuerwehr 41 Mitglieder, derzeit sind dort insgesamt 34 Männer und Frauen aktiv. "Eine Jugendwehr haben wir derzeit mangels Jugendwart nicht. Daher sind einige Kinder, die den Brandschutz erlernen wollten, in einen Nachbarort ausgewichen", so Rosenberger gegenüber dem WOCHENBLATT.
Insgesamt 300 Eimer mit einem Flyer über das richtige Verhalten im Brandfall verteilte die Eyendorfer Wehr in Zweierteams an die Dorfbewohner. Einer von ihnen ist Marco Tiedemann (44), der seit zehn Jahren dem Förderverein der Brandschützer angehört. Er hat die dringende Werbebotschaft verstanden und will in den nächsten Tagen der aktiven Wehr beitreten. "Mein in Hamburg ansässiger Arbeitgeber ermöglicht es mir, an zwei Tagen pro Woche von zu Hause beruflich tätig zu sein. An diesen Tagen könnte ich auch zu einem Einsatz mit ausrücken", sagt Tiedemann. Gerne hätte er die Wehrkameraden schon unterstützt, als diese kürzlich beim Brand des international bekannten Hotels und Restaurants "Josthof" in Salzhausen stundenlang im Einsatz waren. "Damals war ich aber noch nicht in der Feuerwehr, und so waren mir leider die Hände gebunden."
"Wir hoffen, dass noch mehr Eyendorfer dem vorbildlichen Beispiel von Marco folgen", wünscht sich Andreas Rosenberger, dessen Feuerwehr rund 350 Euro in die Eimer-Aktion investierte.
"Ich finde es gut, wie die Eyendorfer Wehr mit ihrer auffälligen Aktion an die Bürger herangeht und sie zum Nachdenken anregt", lobt Kreisbrandmeister Volker Bellmann das Engagement. Ende vergangenen Jahres hätten die Wehren im Kreis insgesamt 4.723 Mitglieder gehabt und damit drei mehr als Ende 2015. "Damit liegen wir im Landestrend, in einigen Städten und Gemeinden sind gleichwohl Rückgänge in den Wehren zu beobachten und daher Werbeaktionen wie diese sehr zu begrüßen", so Bellmann. Beim Kreisfeuerwehrtag am 26. August in Halvesbostel sollen 244 neue Feuerwehrmänner und -frauen verpflichtet werden. "Das ist eine Rekordzahl", freut er sich über das starke Interesse.
- Einblicke in ihre Arbeit gibt die Feuerwehr bei einem Infoabend am Montag, 14. August, um 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus (Zum Borgfeld 17) und bei einem "Tag der offenen Tür" mit Vorführungen und Gaumenfreuden am Sonntag, 20. August, ab 11 Uhr am gleichen Ort.