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Lüneburger Landessuperintendent Dieter Rathing forderte bei Podiumsdiskussion in Winsen Beschleunigung von Asylverfahren

Bei der Diskussion (v. li.): Flüchtlingsberater Johannes Mantzel, Michael Grosse-Brömer, Moderatorin Tanja Schulz, Rainer Kaminski, Svenja Stadler und Dieter Rathing (Foto: Wilfried Staake)
ce/epd. Winsen. Zügige Asylverfahren für Flüchtlinge forderte jetzt der Lüneburger Landessuperintendent Dieter Rathing auf einer Veranstaltung in Winsen unter dem Motto "Zuwanderung - Last oder Chance". Zu der Podiumsdiskussion, bei der der hohe Flüchtlingsstrom nach Niedersachsen im Mittelpunkt stand, hatte die evangelische Hanns-Lilje-Stiftung eingeladen. Der Umgang mit den Asylbewerbern in Deutschland - so Rathing - sei eine Herausforderung für alle Beteiligten.
Bei jedem Flüchtling handele es sich um ein Einzelschicksal, das individuell behandelt werden müsse, betonte Christoph Künkel, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Die meisten Asylsuchenden hätten in ihrer Heimat Unrecht erlitten und seien traumatisiert. Künkel lobte - ebenso wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler - die landes- und sogar bundesweit wegweisenden gemeinsamen Bemühungen von Verwaltung und Kirche im Landkreis Harburg bei der Unterstützung der Flüchtlinge während ihres Aufenthaltes durch Beschäftigungsprogramme und Sprachkurse. "Sprache und Arbeit sind das A und O beim Zugang zur Teilhabe", so Stadler.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer erinnerte an die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Menschen, die vor politischer Verfolgung geflohen seien. "Deutschland braucht Zuwanderung", erklärte Grosse-Brömer. Gleichzeitig sprach er sich deutlich für eine Abgrenzung gegenüber Zuwanderern aus, die aus Ländern ohne politische Verfolgung stammten.
Rainer Kaminski, Leiter der Sozialen Dienste beim Landkreis, beklagte die kurzen Fristen, innerhalb derer neue Unterkünfte für Asylbewerber gefunden oder errichtet werden müssten. Dies stelle die Verwaltungen vor kaum lösbare Probleme. Er forderte daher eine Änderung des Ausländerrechts, da es nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspreche.