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"Man muss den Job im Blut haben": Polizist Egon Dickmann geht nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand

Start zu letzten Einsätzen: Egon Dickmann (re.) mit Winsens Polizeikommissariats-Leiter Wilfried Haensch
ce. Salzhausen. "Wenn man Polizist werden möchte, sollte das eine Berufung sein. Man muss den Job im Blut haben", sagt Polizeioberkommissar Egon Dickmann (62) aus Salzhausen-Oelstorf. Er ist Ordnungshüter mit Leib und Seele und geht jetzt nach fast 43 Dienstjahren in den Ruhestand.
"Ich will den Menschen helfen und dazu beitragen, dass die Gesetze eingehalten werden", begründet der gebürtige Stader Dickmann, weshalb er Polizist wurde. Voraussetzung dafür war eine Berufsausbildung, weshalb er zunächst den Job des Kfz-Mechanikers erlernte. 1971 begann Dickmann seine Grundausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Eutin. Sechs Jahre später kam er nach Winsen, wo er bis Oktober 2013 bei der Autobahnpolizei der Polizeiinspektion (PI) Harburg arbeitete.
"Erster Höhepunkt meiner Laufbahn war 1973 der Einsatz mit der Bereitschaftspolizei auf dem Anwesen von Axel Springer auf Sylt. Wir waren für den Personenschutz des Zeitungsverlegers zuständig, nachdem ein Bombenanschlag auf sein Grundstück verübt worden war", berichtet Dickmann.
Ein Jahr später bewachten er und seine Kollegen die deutsche Fußball-Nationalelf in der Sportschule in Malente. Dort bereiteten sich die Kicker auf die WM vor, aus der sie als Sieger hervorgingen.
Sein "schönstes Erlebnis" sei der sechsmonatige Einsatz auf der Expo-Ausstellung im Jahr 2000 gewesen. "Ich war als Eskort- und Lotsenfahrer bei Staatsbesuchen eingesetzt und brachte es am Ende auf rund 10.000 Kilometer", erinnert sich der Motorrad-Liebhaber.
Die Schattenseiten des Berufes als Autobahnpolizist erlebte er hautnah, als er zu zwei Verkehrsunfällen mit jeweils vier Toten gerufen wurde. "Inneren Beistand bekam ich danach von meiner Frau Monika. Sie ist der beste Seelsorger."
Schlagzeilen machte Dickmann 2005 mit der "Weintrauben-Affäre". Ein türkischer Lkw-Fahrer hatte ihm das Obst nach einer Lastwagenkontrolle geschenkt, was Dickmann als Bestechlichkeit ausgelegt wurde. Das Verfahren wurde gegen eine Geldbuße von 300 Euro eingestellt.
Seit Ende vergangenen Jahres arbeitet Dickmann in der Verfügungseinheit der PI Harburg, wo Verkehrsüberwachungen und Sondereinsätze bei Demonstrationen zu seinen Aufgaben zählen. Ein solcher Sondereinsatz - die Streckenabsicherung für die Vattenfall-Cyclassics - wird am Sonntag eine seiner letzten Amtshandlungen vor dem Ruhestand sein. "Ich bedanke mich auf diesem Wege bei allen Polizeikollegen und Feuerwehren für die gute Zusammenarbeit in all' den Jahren", so Dickmann.
Er freut sich, im Ruhestand mehr Zeit für Ehefrau, Haus und Garten und für seinen bei Wettbewerben mehrfach ausgezeichneten Königspudel "Lucky" zu haben. "Vielleicht schaffen wir uns einen weiteren Hund an und holen mit dem auch noch ein paar Pokale", schmiedet Dickmann Zukunftspläne.