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Mehr als 40 "Verletzte" und rund 220 Einsatzkräfte: "Massenkarambolage" als Übung auf der A39

"Massenkarambolage" auf der A39: Großübung für Rettungskräfte im Landkreis Harburg
bs. Winsen. Verletzte, schreiende Kinder, Menschen eingeklemmt in ihren Autos, ineinander verkeilte Fahrzeuge, auslaufende Betriebsstoffe, Feuergefahr: Ein erschreckendes Unfall-Szenario nahe der Anschlussstelle Maschen auf der A39, das seinesgleichen sucht, haben jetzt die freiwilligen Feuerwehren aus Winsen, Maschen, Luhdorf, Ashausen, Stelle und Scharmbeck, Einsatzkräfte der Polizei und des Notärztlichen Dienstes, die Rettungsdienste der Kreisverbände Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter Unfallhilfe geübt.
Mehr als 40 „Verletzte“, rund 220 Einsatzkräfte und zahlreiche weitere Helfer probten hier den Einsatz bei einer Massenkarambolage, eine sogenannte „MANV-Übung“ (Massenanfall von Verletzten). Ein Schulbus, zwei LKW und sechs PKW, die nach einem geplatzten Reifen miteinander kollidiert waren, bildeten dabei die Basis der großangelegten Rettungsübung, bei der den Einsatzkräften mental und physisch einiges abverlangt wurde. „Ein solcher Unfall kann jeden Tag passieren. Wir haben am Anfang mit Lärm, Schwer-Verletzten und heiklen Notsituationen für viel Adrenalin gesorgt, so dass die Einsatzkräfte gleich mitten drin im Geschehen waren“, erklärt Jan Bauer vom DRK-Kreisverband, der die Übung zusammen mit seinem Kollegen Carsten Arndt in monatelanger Planung vorbereitet hatte. Vor allem die Koordination der einzelnen Einsatzkräfte, auch aber die räumliche Enge, sind bei Übungen dieser Art besondere Herausforderungen.
Kreisbrandmeister und Gesamteinsatzleiter Volker Bellmann zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Verlauf. „Wir konnten alle Verletzten relativ schnell befreien, die Evakuierung verlief in ruhigen und geordneten Bahnen. Wichtig ist, dass die sogenannte ‚Chaosphase‘, die gibt es bei jedem Einsatz zu Beginn der Rettungsarbeiten, möglichst schnell Struktur bekommt“, so der Kreisbrandmeister.
Nach rund zwei Stunden Personenrettung konnte die Unfallstelle, die auf dem gesperrten Teilbereich der A39 mit Sichtschutzwänden gegen vorbeifahrende „Schaulustige“ geschützt worden war, geräumt werden.
Vor allem das Zusammenspiel der Einheiten, die richtige und zügige Patientenversorgung und die allgemeine Organisation an der Einsatzstelle sollten vergangenen Samstag geprobt werden. Sogenannte „Unfallbeobachter“ notierten dabei Schwachpunkte bei Rettungen und Evakuierungen, die nun im Nachgang besprochen und verbessert werden sollen. Denn für die Einsatzkräfte gehören Unfallgeschehen, auch mit Schwerverletzten oder sogar Toten, zum Alltag. „Mental sind unsere Helfer gut geschult. Auch wenn Unfälle dieser Größenordnung eher selten sind, kommen Zusammenstöße von mehreren Pkw leider sehr häufig vor“, so Bellmann.