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"Mein Mut wurde belohnt": Annemarie Goldmann engagiert sich für Missionsprojekt in Kenia

Starker Einsatz für Umweltschutz: Annemarie Goldmann mit den über 2.000 selbst genähten Stoffsäckchen zum Müllsammeln in Afrika
 
Im Waisenhaus in Subukia: Annemarie Goldmann kümmerte sich auch um behinderte Kinder (Foto: Goldmann)
ce. Putensen. "Zuerst brauchte ich für den Schritt viel Mut. Aber ich hätte nie gedacht, dass es mir so gedankt wird. Das Gefühl, etwas bewegt zu haben, ist meine schönste Belohnung." Das sagt Annemarie Goldmann (62) aus dem Heideort Putensen (Landkreis Harburg). Bereits im vergangenen Jahr arbeitete sie ehrenamtlich drei Monate für ein Missionsprojekt der Franziskaner in Subukia in der afrikanischen Republik Kenia. An diesem Samstag fliegt sie wieder dorthin. "Gerade zur Weihnachtszeit ist es mir wichtig, den Menschen zu helfen", begründet sie, weshalb sie eine besondere, weil nachhaltige Fracht dabei hat.
Abenteuerlust und eine gewisse Risikobereitschaft haben Annemarie Goldmann schon immer geprägt. Geboren wurde sie im niederbayerischen Puttenhausen. "Mit 23 Jahren wollte ich dann mal etwas anderes sehen. Es zog mich unter anderem nach Amerika, wo ich 14 Jahre lang in Chicago lebte", blickt die Hausfrau, Mutter und auf Kunsthandwerk spezialisierte Kleinunternehmerin zurück.
Den Anstoß für sie, nach Afrika zu gehen, gaben die Medienberichte über die Jungen, die dort als Kindersoldaten kämpfen müssen. "Kenia ist zwar kein Kriegsgebiet, aber viele Leute sind vor der desolaten wirtschaftlichen Lage dort geflohen. Ich wollte die Menschen unterstützen, die im Land geblieben sind", erklärt Annemarie Goldmann gegenüber dem WOCHENBLATT. Bei ihren Recherchen stieß sie auf Subukia, wo sich die Franziskaner seit gut 35 Jahren in einem Waisenhaus, einer Krankenstation, einer Oberschule und einer Missionsstation engagieren. Im Waisenhaus "Small Home" sind rund 50 behinderte Kinder untergebracht. "Die meisten wurden wegen ihres Handicaps von den Eltern misshandelt und ausgesetzt", schildert Annemarie Goldmann das gesehene Leid. "Frauen aus der Region kümmern sich um die Jungen und Mädchen. In dem Haus und den übrigen Einrichtungen wurden schon große Fortschritte bezüglich Sicherheit und Ausstattung erreicht. Zu verdanken ist dies größtenteils dem Franziskaner-Pater Miro Babic."
Annemarie Goldmann machte sich vor Ort nützlich, indem sie unter anderem kaputte Stühle leimte, andere kleine Reparaturarbeiten erledigte und sich den jungen Leuten widmete. "Es ergaben sich sehr persönliche Gespräche. Wenn diesen Menschen Bildung vermittelt wird, haben sie eine berufliche Perspektive, können sich über Familienplanung Gedanken machen und womöglich auch politisch aktiv werden. Das bedeutet für sie die Chance, sich von bedingungsloser Stammeszugehörigkeit zu lösen", so Goldmann.
An der einer Oberschule ähnlichen, internatsmäßig geführten "Franziscan Secondary School" werden über 300 Jungen und Mädchen bis zum Abitur unterrichtet. Für talentierte Schüler, die wenig Geld besitzen, bemühen sich die Franziskaner um Paten als Sponsoren. "Eine gute Schulbildung gibt den 18- bis 20-Jährigen die Möglichkeit, sich im eigenen Land hochzuarbeiten und ein Auskommen für eine eigene kleine Familie zu haben", betont Goldmann.
Auch der Umweltschutz in Subukia liegt ihr sehr am Herzen. Da dort Plastiktüten zum Müllsammeln verboten sind, packte Annemarie Goldmann auch dieses Problem an: Sie nähte 2.100 kleine Stoffsäckchen, sogenannte "Kwa Muhia Bags", für die afrikanische Kommune. "Zu Weihnachten bekommt jetzt jeder Haushalt in dem etwa 5.000 Einwohner großen Dorf von mir solch ein Säckchen. Dann gibt es einen blitzsauberen Start ins neue Jahr", freut sie sich.
- Derzeit werden Paten für talentierte, mittellose Schüler in Subukia gesucht. Mit 35 Euro pro Monat kann ein Schüler unterrichtet, untergebracht und verpflegt werden. Wer Annemarie Goldmann bei ihren Aktivitäten unterstützen möchte, findet Infos auf Facebook unter ihrem Mädchennamen Annemarie Stanglmaier sowie unter Tel. 04172 - 980326.