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Millionengrab Parkhaus? - Kaum ein Auto- oder Radfahrer nutzt das neue Gebäude am Winsener Bahnhof

Die Parkebenen drei und vier könnten auch für Veranstaltungen vermietet werden. Autofahrer nutzen diese jedenfalls nicht (Foto: thl)
thl. Winsen. Seit knapp zwei Monaten ist das neue Parkhaus am Winsener Bahnhof jetzt geöffnet. In den ersten drei Wochen der Öffnung, in den die Einrichtung noch kostenlos genutzt werden konnte, nur wenige Autofahrer das Angebot genutzt haben, steht das Parkhaus jetzt fast komplett leer. Kaum jemand scheint bereit zu sein, die 290 Euro Jahresgebühr für einen Stellplatz zu bezahlen. Wird das Parkhaus, dessen Bau für die Stadt schon ein Desaster war (neun Monate längere Bauzeit, rund vier Millionen Euro Mehrkosten), jetzt zum Millionengrab für Steuergelder?
Als das WOCHENBLATT den Betrieb im Parkhaus in Augenschein nahm, waren in der unteren Ebene rund die Hälfte der Stellplätze besetzt. Auf Deck eins standen drei Pkw, auf Deck drei und vier herrschte gähnende Leere. Zumindest fast: In der oberen Etage haben gedankenlose Zeitgenossen viel Müll verteilt und menschliche Hinterlassenschaften verteilt.
Auch in den Unterstellräumen für Fahrräder (60 Euro pro Jahr) stehen nur vereinzelt Drahtesel.
"Da hat sich die Stadt deutlich mehr erhofft", heißt es aus politischen Kreisen. "Zumal mit der Einrichtung von Halte- und Parkverboten im Bahnhofsumfeld die Autofahrer zur Nutzung des Parkhauses 'gezwungen' werden sollten." Doch offenbar sind die Autofahrer findig und haben keine Lust, für einen Parkplatz, den es bisher immer kostenlos gab, plötzlich viel Geld zu bezahlen. Die Folge: Einige weichen auf die P&R-Anlage Schützenplatz aus, die täglich hoffnungslos überfüllt ist. Und andere fahren nach Ashausen oder Stelle. Denn dort haben sie nicht nur einen kostenlosen Stellplatz für ihr Auto, sondern können von dort aus den günstigeren HVV-Tarif in Anspruch nehmen.