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Mit Jobs die Akzeptanz stärken: Landkreis, Kirchenkreis und Herbergsverein Winsen erstellen Beschäftigungskonzept für Flüchtlinge

Praktikum beim Winsener Herbergsverein: die Teilnehmer aus Eritrea mit Vertretern des Vereins und des Kirchenkreises Winsen (Foto: Wilfried Staake)
ce. Winsen. "Bietet den Flüchtlingen mehr Beschäftigung!" lautet das Motto, unter dem der Landkreis Harburg, der Kirchenkreis Winsen und der Herbergsverein Winsen jetzt ein Beschäftigungskonzept für Flüchtlinge als Teil der "Willkommenskultur" im Kreis Harburg erstellt haben. In der jüngsten Sitzung des Kreis-Sozialausschusses in Winsen wurde das Konzept positiv begrüßt. Derzeit beraten die politischen Gremien darüber, ob und inwieweit das Projekt umgesetzt wird.
Im Landkreis sind derzeit rund 700 Asylbewerber untergebracht - darunter etwa 500 alleinstehende Männer, für die das Beschäftigungsvorhaben in erster Linie gedacht ist. "Die in der Region untergekommenen Familien haben vor allem mit der Suche nach Kindergärten und Schulen für den Nachwuchs alle Hände voll zu tun. Deshalb wollen wir uns der Alleinstehenden annehmen", erklärt Herbergsvereins-Geschäftsführerin Andrea Picker gegenüber dem WOCHENBLATT.
Mit der Beschäftigungsinitiative, die auf dem Asylbewerberleistungsgesetz basiert, sollten die Nutzer einen strukturierten Tagesablauf erhalten. Zudem gelte es, die Akzeptanz der Flüchtlinge in der Öffentlichkeit zu stärken und Vorurteile abzubauen.
Die Projektinitiatoren schlagen schwerpunktmäßig gemeinnützige Tätigigkeiten für die Asylbewerber in Städten, Kommunen und Kirchengemeinden bei der Landschaftspflege, auf Bauhöfen und in angeleiteten handwerklichen Jobs vor. Bezahlt werden sollen die Arbeiten mit 1,05 Euro pro Stunde. Für die Anwerbung der Teilnehmer sei eine enge Zusammenarbeit der Träger des Konzeptes untereinander sowie mit Flüchtlingsberatungsstellen und Sprachinstituten zur Verbesserung der Verständigung erforderlich, so Andrea Picker.
Bei dem zunächst auf drei Jahre angelegten Projekt soll jährlich eine Erfolgsbilanz gezogen werden. Die voraussichtlichen Personal- und Sachkosten wurden mit rund 137.000 bzw. 42.000 Euro pro Jahr beziffert. "Zwölf Monate nach dem Start sollen möglichst die ersten 200 Flüchtlinge in Beschäftigungsverhältnisse vermittelt worden sein", wünscht sich Picker.
Um Erfahrungen für die Umsetzung des Beschäftigungskonzeptes zu sammeln, veranstalteten Kirchenkreis und Herbergsverein kürzlich ein zweiwöchiges Praktikum in den Winsener Werkstätten des Herbergsvereins für zehn junge Männer aus Eritrea. Unter der Leitung von Vereinsmitarbeiter Thomas Stelling fertigten die Flüchtlinge Kunstwerke aus Holz, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Stelling war beeindruckt von der "hohen Motivation der Teilnehmer". "Die Männer haben die Atmosphäre auf dem Vereinsgelände bereichert", sagt Kirchenkreis-Superintendent Christian Berndt.