Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Nächstenliebe contra Größenwahn": Pfingstgottesdienst im Klecker Wald

Hielten den Gottesdienst am Hünengrab im Klecker Wald: Superintendent Dirk Jäger und die neue Heidenauer Pastorin Anke Klindworth
ce. Klecken. "Beide Geschichten sind Bilder - das eine vom Größenwahn der Menschen, das andere von der göttlichen Gründung der Kirche." Das sagte Dirk Jäger, Superintendent des Kirchenkreises Hittfeld, am Montag beim traditionellen Pfingstgottesdienst im Klecker Wald. Dort stellte er vor rund 800 Besuchern die biblische Beschreibung des Turmbaus zu Babel und die Pfingstgeschichte gegenüber - mit starken aktuellen Bezügen. Jäger, der den Gottesdienst erstmals gemeinsam mit der neuen Heidenauer Pastorin Anke Klindworth hielt, ermutigte die Besucher, sich nicht gefangen nehmen zu lassen durch zu große eigene Pläne und fremde Ansprüche.
Dirk Jäger übertrug die Geschichte vom Turmbau auf die heutige Zeit. "Sie erzählt, wie die Menschen waren – und wie sie sind. Daran hat sich bis heute nichts geändert", so das Kirchenkreis-Oberhaupt. "Staaten pflegen ihre nationalen Egoismen, führen nach wie vor Kriege gegeneinander, es gibt Terroranschläge ohne absehbares Ende. Und im Zwischenmenschlichen findet es ähnlich statt: Menschen gehen miteinander um, wie es nicht sein sollte."
Größenwahn habe es immer schon gegeben, damals mit einem Turm zum Himmel, heute bei der gierigen Anhäufung von Geld, beim Überschreiten ethischer Normen, beim ignoranten Missachten der Rechte anderer. "Der unsägliche und egomane Infantilist aus dem Weißen Haus markiert derzeit die traurige Spitze des Eisbergs", übte Jäger deutliche Kritik an US-Präsident Donald Trump.
Mit Pfingsten habe aber eine neue Zeitrechnung begonnen. "In Jesus Christus hat Gott den Menschen gezeigt, dass das Wichtigste etwas anderes ist als das bis aufs Letzte ausgereizte Ausschöpfen unserer Möglichkeiten. Die Bibel nennt dies schlicht Nächstenliebe – die kürzest mögliche Zusammenfassung unseres Glaubens." Daran zu erinnern und danach zu handeln, sei Aufgabe der Kirche. "Wir könnten es Gottes Geist etwas leichter machen mit uns, wenn wir auf Empfang schalten und nicht ständig nach oben wollen, sondern mehr von oben erwarten", betonte Dirk Jäger.
Etwa 30 Jungen und Mädchen nahmen teil am gleichzeitig stattgefundenen Kindergottesdienst von Pastor Dr. Jan Kreuch aus Bendestorf und seinem Team. Die Posaunenbläser unter Leitung von Landesposaunenwart Lennart Rübke und Kreiskantor Kai Schöneweiß, der Männergesangverein "Liedertafel Amphion" und der Männergesangverein Dibbersen sorgten für Musik.
Die Kollekte des Gottesdienstes wurde aufgeteilt unter dem Projekt "Zeit für Kinder" des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen, bei dem Ehrenamtliche jungen Familien helfen, und der Ferienaktion "Kinder aus Weißrussland" des Kirchenkreises Hittfeld. Im Rahmen von letzterer Aktion erholen sich derzeit 26 Kinder aus dem durch das Reaktorunglück von Tschernobyl immer noch verseuchten Region für vier Wochen im Landkreis Harburg. Alle Aktivitäten für die Gäste müssen durch Spenden finanziert werden.