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Neue Heimat für 60 Asylbewerber: Stadt Winsen und Landkreis Harburg wollen Container-Unterkunft auf ehemaligem Gartenschau-Parkplatz errichten

Stellten die Pläne vor (v. li.): Kreis-Pressesprecher Johannes Freudewald, Erster Stadtrat Christian Riech und Kreis-Sozialdezernent Reiner Kaminski
ce. Winsen. Eine Unterkunft für bis zu 60 Asylbewerber wollen die Stadt Winsen und der Landkreis Harburg gemeinsam auf dem ehemaligen Parkplatz der Landesgartenschau am Scharmbecker Weg errichten. Die Pläne erörterten jetzt Reiner Kaminski, Bereichsleiter Soziales beim Landkreis, dessen Pressesprecher Johannes Freudewald sowie Winsens Erster Stadtrat Christian Riech im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.
Auf einer Fläche von rund 1.500 Quadratmetern sollen die Container mit Wohn-, Küchen- und Sanitäreinrichtungen in Modul-Bauweise aufgestellt werden. Kreis- und Stadtverwaltung arbeiten derzeit an den Plänen für Bau und Erschließung und an der Ausschreibung der Maßnahmen. Nach Erteilung der Baugenehmigung sollen die Arbeiten in Kürze starten und im Frühjahr 2014 abgeschlossen sein. "Die Kosten stehen noch nicht fest", so Kaminski. Gleiches gelte für die Frage nach dem Betreiber, mit dem Kommunen bei Asylbewerber-Unterkünften mit mehr als 30 Bewohnern zusammenarbeiten müssen. "Wer sich als Betreiber bewirbt, muss mindestens fünf Jahre Erfahrung in der Beherbergung von Asylbewerbern haben und die Unterkunft hier mit einem Heimleiter und einer halben Sozialarbeiter-Stelle besetzen", nennt Kaminski die Voraussetzungen. Die Unterkunft soll vorerst auf etwa fünf Jahre befristet errichtet werden. "Danach muss man sehen, wie sich die Asylanten-Situation entwickelt", so Christian Riech.
Auf einer Infoveranstaltung wurde das Projekt Vertretern von Kirche und Politik sowie Anwohnern des Standortes vorgestellt. Dabei wurde Kritik daran laut, dass das "Containerdorf" zu abgelegen vom Stadtzentrum liege, die Bewohner ausgegrenzt und und womöglich Angriffen ausgesetzt würden. ""Die Unterkunft soll beaufsichtigt und mit einer Rufbereitschaft ausgestattet werden", konterte Reiner Kaminski. "Außerdem haben Menschen und Einrichtungen in Winsen angekündigt, dass sie den Kontakt mit den Ausländern suchen und pflegen wollen."

KOMMENTAR:
Mit den Plänen von Stadt und Landkreis für die Asylbewerberunterkunft bekommt der Begriff "Randgruppe" womöglich eine ganz neue Bedeutung. Die Verantwortlichen behaupten, der gewählte Standort am Scharmbecker Weg sei die beste der geprüften Alternativen. In meinen Augen ist die favorisierte Fläche für eine gelungene Integration der Ausländer ins Winsener Stadtleben zu weit vom Schuss. Und Heimleiter oder Aufsicht hin oder her: Auch in puncto Sicherheit dürften die Container deplatziert sein, da es womöglich viel zu lange dauert, bis - etwa bei nächtlichen Angriffen - die Polizei gerufen und dann endlich vor Ort ist. Christoph Ehlermann