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Neujahrsempfang Elbmarscher Kirchengemeinden: "Um die Kirche steht es nicht so schlecht"

Luden unter anderen zum Neujahrsempfang nach Tespe: Pastorin Ines Bauschke, Frank Gernert (Vorsitzender Kirchenvorstand Tespe), Axel Kliemann (Vorsitzender Kirchenvorstand Elbmarsch), Holger Kloft (Öffentlichkeitsbeauftragter Kirchengemeinden Elbmarsch) und Referent Wilhelm Gräb (v. li.)
Zum traditionellen Neujahrsempfang hatte jetzt der Vorstand der drei Evangelischen Kirchengemeinden in der Elbmarsch in das Gemeindehaus nach Tespe eingeladen. Mit einem bunten Programm und einer ganz besonderen Premiere begrüßte Pastorin Ines Bauschke zahlreiche Gäste. "Wir senden heute erstmals die Sternsinger der Elbmarsch aus. Dies ist eine katholische Tradition, die den besuchten Häusern und ihren Bewohnern, die sich vorher bei uns gemeldet haben, Segen für das Jahr 2015 bringen soll. Außerdem wird mithilfe der Sternsinger Geld für verschiedene Kinder-Hilfsprojekte gesammelt", so die Pastorin. Neben der Aussendung der Sternsinger und der anschließenden Andacht, begrüßten die Veranstalter außerdem einen ganz besonderen Gast: Wilhelm Gräb, Professor für Praktische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität, hielt einen Vortrag zum Thema "Individuelle Religiosität und öffentliche Kirche". "Die Religion genießt zur Zeit dank der medialen Berichterstattung in der Öffentlichkeit keinen guten Ruf und wird nicht selten mit Konflikten verbunden", so der Theologe, der sich in seinem Vortrag auf eine jüngst veröffentlichte Studie der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) bezog. So verließen rund 340.000 Menschen jährlich die Kirche und auch ein schwindendes Interesse an Religiosität sei zu verzeichnen. "Ich habe aber eine andere Sicht auf diese Zahlen. Um unsere Kirche steht es, was beispielsweise die Anzahl der Gottesdienstbesucher oder das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder und Helfer betrifft, nicht so schlecht." Und weiter: "Kirche ist individuell und findet im Einzelnen statt. Viele Kirchenfremde bedienen sich der Kirche trotzdem, wie beispielsweise zu Weihnachten, Taufen und Beerdigungen. Daher ist es nicht verwerflich wenn die öffentliche Kirche nur gelegentlicher Teil des Lebens der Menschen ist", referierte Gräb.
Musikalisch und kulinarisch wurde die Veranstaltung vom Kirchenmusiker Jan-Philipp Schulz und einem gemeinsamen Essen, das Mitgliedern und Besuchern Gelegenheit zur Diskussion und zum Austausch bot, abgerundet.