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Promillegrenze für Radfahrer senken

(thl). Sommerzeit ist Biergartenzeit - und nach dem Umtrunk setzen sich viele Menschen auf das Fahrrad. Denn Radler, so der Gesetzgeber, sind erst ab 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration absolut fahruntüchtig - das entspricht aber nicht den Unfallzahlen. An Unfällen mit Personenschaden innerhalb von Ortschaften waren 2013 laut Statistischem Bundesamt 9.328 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer beteiligt - davon 3.054 Radfahrer.
Für Pkw-Fahrer gilt eine Grenze von 0,5 Promille bzw. 1,1 Promille für die absolute Fahruntüchtigkeit. Radfahrer dürfen hingegen deutlich mehr „tanken“. Sofern sie unfallfrei fahren, begehen sie selbst unter dem Einfluss von 1,5 Promille keine Ordnungswidrigkeit und dürfen nach einer Kontrolle weiterfahren. Erst ab 1,6 Promille ist für sie Schluss. Dann büßen sie allerdings auch ihren Autoführerschein ein.
Die Deutsche Verkehrswacht macht sich für eine Änderung des Gesetzes und die Gleichstellung von Radfahrern und Autofahrern stark. „Mit 1,6 Promille im Blut dürften viele Fahrradfahrer schon Probleme damit haben, ihr Fahrradschloss überhaupt zu öffnen. Auch bei deutlich weniger Promille können schwerwiegende, alkoholbedingte Fahrfehler auftreten", sagt Christian Riech, Vorsitzender der Verkehrswacht Harburg-Land.
Grundsätzlich gilt bei Alkoholeinfluss, dass ab 0,3 Promille Entfernung und Geschwindigkeit eines herannahenden PKW nicht mehr richtig eingeschätzt werden können, ab 0,5 Promille die Sehleistung abnimmt, ab 0,8 Promille sich die Reaktionszeit um bis zu 50 Prozent verlängern kann. Ab 1,1 Promille nimmt die Risikobereitschaft zu.