Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Rücksicherung" und "zweiter Vater": Was jungen Leuten im Reformations-Jubiläumsjahr Gott und der Glaube bedeuten

Lernt für die Abiturprüfung in Religion: Ann-Kathrin Sandtmann
ce. Gödenstorf. Auch 500 Jahre nach der Reformation haben Gott und Glaube für viele junge Menschen eine große Bedeutung. Das zeigt die Begegnung mit Ann-Kathrin Sandtmann (18) und ihrer Schwester Maria Sophie (14) aus Gödenstorf, die sich im Reformations-Jubiläumsjahr aus verschiedenen Gründen mit religiösen Themen befassen.
"Gott ist für mich eine starke Rücksicherung. Ich habe immer im Hinterkopf, dass da jemand ist, auf den ich zurückgreifen kann." So bringt Ann-Kathrin Sandtmann ihren Glauben auf den Punkt. Sie hat in der örtlichen Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) an Kinderstunde, Jungschar und Teenkreis teilgenommen. Und aus ihrer inneren Überzeugung heraus im jetzt anstehenden Abitur am Gymnasium Salzhausen Religion als mündliches Prüfungsfach gewählt. "Mein Thema wird die Botschaft vom kommenden Reich Gottes sein, die sich in der Bibel in den Gleichnissen und Wundergeschichten von Jesus ausdrückt", erklärt Ann-Kathrin. "Im Gegensatz zu meinen anderen Abifächern Biologie und Mathematik gibt es hier nicht nur eine Lösung. Für mich ist es entspannend, dass wir extrem viel diskutieren und am Ende meistens nicht nur auf eine gültige Antwort, sondern auf mehrere Möglichkeiten kommen", nennt die Gymnasiastin die Vorzüge des Faches Religion. Ein Schwerpunktthema im Unterricht ist natürlich das 2017 anstehende 500-jährige Reformationsjubiläum. "Mit unserem Kurs waren wir unterwegs auf den Spuren des Reformators Martin Luther und haben seine Wirkungsstätten Wittenberg und Erfurt besichtigt. Das war sehr beeindruckend", erzählt Ann-Kathrin.
"Krass unterschiedlich" seien in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis die Einstellung zum Themenkomplex Theologie. "Die Bandbreite reicht von streng gläubigen Menschen bis zu Leuten, die gar nicht an Gott glauben und die Entstehung von Welt und Mensch nur auf den naturwissenschaftlichen Aspekt zurückführen", sagt Ann-Kathrin, die sich selbst als "entspannte Christin" sieht.
In der Landeskirchlichen Gemeinschaft, wo sie viele Jahre mitmachte, ist heute ihre Schwester Maria Sophie im Teenkreis aktiv. "Ich habe hier viele neue Leute kennen gelernt und Freundschaften geknüpft. Im Kreis sprechen wir über Gott und die Bibel, singen und beten gemeinsam. Das gibt mir sehr viel", sagt Maria Sophie.
Im jüngsten Weihnachtsanspiel der LKG hat sie Jesu Mutter Maria dargestellt. "Das hat Spaß gemacht. Aber ich habe bei den Proben und der Aufführung auch an die traurigen Umstände von Jesu Geburt denken müssen. Seine Eltern hatten ja kein Zimmer, sondern mussten mit einem Stall vorlieb nehmen." Zuvor hat Maria Sophie bereits auf christlichen Chorfreizeiten Musicals einstudiert und diese in Kirchen aufgeführt. Alles aus Freude am Glauben, den sie so zusammenfasst: "Gott ist für mich wie ein zweiter Vater und Freund, zu dem ich gehen und mit dem ich reden kann."