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Salzhäuser "Interessengemeinschaft" verärgert über ungenehmigte Spendensammlung durch Amazon

Ungewollte Unterstützung: Bei Angeboten im Programm "Amazon Smile" wurden Spenden für die Salzhäuser "Interessengemeinschaft" (siehe Kreis) gesammelt (Foto: IG Salzhausen)
ce. Salzhausen. "Ich werde dieser Zwangsbeglückung widersprechen." So reagierte Nikolaus Lemberg, Geschäftsführer des sich für Kinder und Erwachsene engagierenden Salzhäuser Vereins "Interessengemeinschaft" (IG), als er jetzt erfuhr, dass der Online-Versandhändler Amazon in seinem Programm "Amazon Smile" Spenden für die IG sammelte - allerdings ohne sich bei der IG eine Genehmigung zu holen. "Das ist gar nicht zum Lachen", so Lemberg.
Unter "smile.amazon.de" können Kunden vor dem Einkauf aus einer Liste zahlreicher sozialer Organisationen diejenige auswählen, die sie unterstützen wollen. Der Versandhändler überweist dann einen Teil der Einkaufssumme an die vom Kunden ausgesuchte Institution. Mit dem Kauf von Echo Dots - sprachgelenkte Geräte zur Musikwiedergabe oder zur Steuerung von Smart-HomeTechnik - konnte man beispielsweise etwas vermeintlich Gutes für die Salzhäuser IG tun. Diese bietet unter anderem ambulante Pflege und Schulkindbetreuung an.
"Ich war richtig erschrocken, als ich auf die ungebetene Erwähnung unseres Vereins durch Amazon hingewiesen wurde", erklärt Nikolaus Lemberg gegenüber dem WOCHENBLATT. "Als Sozialunternehmen bemühen wir uns um Integrität, um faire Arbeitsbedingungen mit der lokalen Wirtschaft. Keinen unserer Werte sehe ich bei Amazon verwirklicht", betont der IG-Chef. Seine Organisation benötige durchaus Spenden. Er vertraue aber darauf, dass sich auch in Zukunft "ganz ohne Amazon" Interessenten finden, die die IG fördern.
"Validierungspartner für das Programm 'Amazon Smile' ist das IT-Portal Stifter-helfen, das von der gemeinnützigen Haus des Stiftens GmbH in Partnerschaft mit der TechSoup betrieben wird. Gemeinnützige Organisationen, die auf Stifter-helfen registriert sind, werden automatisch auf ihre Berechtigung für 'Amazon Smile' geprüft - so auch im vorliegenden Fall", erklärt Amazon-Sprecher Ole Wulff auf WOCHENBLATT-Anfrage. Die für "Amazon Smile" genutzten Informationen stammten nur aus öffentlich einsehbaren Quellen, der Salzhäuser Verein sei für das Programm "teilnahmeberechtigt". Wer dort nicht gelistet werden wolle, könne mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen und werde unverzüglich aus der Liste entfernt. Mit der Salzhäuser Interessengemeinschaft habe Amazon - so Ole Wulff - "Kontakt aufgenommen, um ihr Anliegen zu klären".