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Schlechte Zeiten für Raser - Landkreis setzt "Brückenblitzer" vermehrt auf Kreisstraßen ein

Der an den Leitpfosten montierte Messkopf ist kaum zu erkennen (Foto: Landkreis Harburg)
(thl). Klein und unscheinbar hängt das Radargerät am Leitpfosten der L213 zwischen Asendorf und Hanstedt. Als der Autofahrer das Gerät erkennt, ist es bereits zu spät - es blitzt. 85km/h hatte der Mann in der 70er-Zone am Anfang einer lang gezogenen Linkskurve auf dem Tacho. In Kürze wird der Temposünder einen Bußgeldbescheid des Landkreises in seinem Briefkasten vorfinden.
"XV3" heißt das Radargerät von der Firma Leivtec. Zwei dieser jeweils rund 200.000 Euro teuren Geräte besitzt der Landkreis. "Wir haben diese 2012 angeschafft und nutzen sie in erster Linie für das Blitzen von Autobahnbrücken", sagt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. In jüngster Zeit werden die Geräte aber auch vermehrt auf anderen Straßen eingesetzt. Und zwar dort, wo die mobilen "Blitzfahrzeuge" aus Platzgründen nicht am Straßenrand stehen können, z.B. in Kurven oder an unübersichtlichen Stellen und in Baustellen. Das "XV3" kann entweder auf einem Stativ aufgebaut oder bei Bedarf auch einfach an eine Leitplanke oder einen Leitpfosten geschraubt werden. Das Besondere: Sowohl die Rechnereinheit für das Messgerät als auch das Fahrzeug können einige Meter entfernt von dem Radargerät aufgestellt werden, sind deshalb also nicht sichtbar - was für Autofahrer das rechtzeitige Erkennen der Radarfalle schwieriger macht.
Übrigens: Einsprüche gegen die Geschwindigkeitsmessungen sind nahezu sinnlos. Das "XV3" arbeitet mit einem Infrarot-Meßstrahl zur Erfassung der kompletten Fahrzeugfront und nimmt die Messszene als Livebild mit 15 Bildern pro Sekunde auf.
• Der Landkreis Harburg hat 2016 rund 5,1 Millionen Euro durch Geschwindigkeitsübertretungen eingenommen. Allein rund zwei Millionen Euro davon haben die beiden "Leivtec"-Geräte "eingespielt" - vorwiegend auf den Autobahnen.