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Shitstorm gegen Wiese

Steht in der Kritik der Bürger: André Wiese (Foto: archiv bs)
thl. Winsen. Die Tatsache, dass Wolfgang Sabrowsky das Winsener Stadtfest nicht mehr organisiert, weil er bei der Stadt in Ungnade gefallen ist (das WOCHENBLATT berichtete), kommt bei vielen Bürgern der Luhestadt überhaupt nicht gut an. Vor allem in der Facebook-Gruppe "Winsen Luhe - Das bist du" wird das Thema kontrovers diskutiert - bis hin zu einem wahren Shitstorm gegen Bürgermeister André Wiese (CDU).
"Warum bekommt Herr Sabrowsky nicht eine Chance, das Fest nächstes Jahr mit Volldampf neu zu organisieren? Liebe Stadtväter, seid nicht so ignorant und lasst den Leuten, die so etwas organisieren, mal ein paar Jahre Zeit und schmettert nicht immer nach zwei Jahren so dermaßen los, dass die Wände wackeln. Herr Wiese, jetzt haben Sie die Möglichkeit sich als Mensch zu zeigen!!!! Und nicht nur als verdrossener Politiker", schreibt Antje S. Und Benyamin H. meint: "Wieder mal ein Beweis für geistloses Citymanagement. Das hiesige Stadtfest mutiert immer mehr zur Lachnummer."
Tim K. stellt sich auch auf die Seite von Sabrowsky: "Bei all den Pannen, an denen der Veranstalter Schuld sein soll, sehe ich realistischerweise mehrere Situationen, bei denen er gegen die heraufziehenden Komplikationen nichts hätte machen können." Auch Karla K. meint dazu: "Schade, dass scheinbar die Pannen und all die schlimmen Ereignisse als viel wichtiger betrachtet werden als das Positive." Catrin S. ist der Meinung: "Soll unser Bürgermeister es erst mal besser machen." Und ein nicht genannter User schreibt: "Das ist wieder mal typisch. Im vergangenen Jahr, wo alles gut war, ließ sich unser Bürgermeister zusammen mit Sabrowsky feiern. Und jetzt spricht er nicht mal mehr mit ihm."

"Zweite Chance war keine Option"

Bürgermeister André Wiese nimmt Stellung zu den im Internet erhobenen Vorwürfen

thl. Winsen. Trägt die Stadt tatsächlich eine Mitschuld am Scheitern des Wolfgang Sabrowsky? Das WOCHENBLATT befragte Bürgermeister André Wiese (CDU) zu der Facebook-Diskussion.
WOCHENBLATT: Warum hat Herr Sabrowsky nach einem Gespräch nicht noch eine Chance bekommen, dass Fest im kommenden Jahr besser zu organisieren?
Wiese: Angesichts der Summe schlechter Erfahrungen mit Herrn Sabrowsky war das keine Option. Und dabei meine ich nicht nur die Erfahrungen, die wir als Stadt gemacht haben. Standbetreiber, örtliche Handwerker, Künstler, der Rettungsdienst und auch einer seiner Medienpartner haben uns ebenfalls wissen lassen, dass nach ihren Erfahrungen das Stadtfest bei Herrn Sabrowsky nicht in guten Händen ist. Im Übrigen haben uns verschiedene Abläufe auch gezeigt, dass Absprachen mit und Zusagen von Herrn Sabrowsky leider nicht belastbar waren.
WOCHENBLATT: Hat die Stadt wirklich alles getan, um Sabrowsky zu unterstützen?
Wiese: Die Stadt inklusive der politischen Gremien haben mehr getan als für jeden anderen Stadtfestbetreiber. Erstmals ist ein direkter Zuschuss vereinbart worden, und zwar in Höhe von 10.000 Euro. Im Übrigen haben sich Stadtmarketing, Ordnungsamt, Bauaufsicht und Bauhof so engagiert wie in den Vorjahren. Deshalb hat sich Herr Sabrowsky in einem Schreiben an die Stadt nach dem Stadtfest auch für die "große Kooperationsbereitschaft" und "die gute Zusammenarbeit" bedankt.
WOCHENBLATT: Herr Sabrowsky bemängelt, dass es zwischen ihm und Ihnen keinen Kontakt gab, sondern, dass er immer wechselnde Ansprechpartner im Rathaus hatte.
Wiese: Es hat auch persönliche Kontakte zwischen mir und Herrn Sabrowsky gegeben. Allerdings hat er dort finanzielle und sonstige Zusatzforderungen oder eine Instrumentalisierung der Stadt in seinen Streitigkeiten mit Dritten nicht erreichen können. Seine Versuche Zusagen, Zugeständnisse und Nachforderungen an unterschiedlichsten Stellen der Stadtverwaltung zu bekommen, indem er immer andere Leute des Hauses befragte, haben ebenfalls nicht funktioniert. Die Aufgabenverteilung im Rathaus ist stets klar an ihn kommuniziert worden.