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Straßenraub war Test der Polizei

Während ein Jugendlicher die alte Dame ablenkt, durchsucht der zweite die Handtasche der Frau
thl. Winsen. Wieviel Zivilcourage haben die Winsener? Dieses testete die Polizei jetzt zusammen mit dem "Weißen Ring".
Einkaufszentrum Luhe Park am Freitagnachmittag. Bei schönem Wetter sind die Stühle der Bäckerei vor dem Haupteingang der Mall gut gefüllt. Eine alte Dame mit Rollator sucht einen Platz, als sie plötzlich von einem Jugendlichen angesprochen wird. Der junge Mann fragt etwas Belangloses, um die Frau abzulenken. Ein zweiter Jugendlicher schleicht sich von hinten heran und greift die Geldbörse der Frau aus deren Handtasche im Korb des Rollators. Mit der Beute laufen die Jugendlichen weg. Doch das Opfer bemerkt den Diebstahl, ruft um Hilfe und bläst in eine Trillerpfeife. Sofort springt eine Frau von einem Stuhl auf und nimmt zusammen mit einem Rollerfahrer, der gerade im Luhe Park angekommen ist und auf den Vorfall aufmerksam wurde, die Verfolgung auf.
Sekunden später ist die Polizei zur Stelle. Denn der Diebstahl war nur fingiert. "Wir wollten damit die Reaktion der Passanten testen", erklärte Winsens Kripo-Chef Ulrich Grimm. "Die beiden, die hinter den Tätern hinterher gelaufen, haben klasse reagiert." Natürlich suchten Grimm und seine Kollegen anschließend auch das Gespräch mit den anderen Zeugen. Und mussten dabei teilweise Erschreckendes feststellen. "Einige meinten, der Vorfall ginge sie nichts an, damit würden sie nichts zu tun haben wollen", so Grimm. "Das ist für uns leider alltägliches Geschäft. Dabei sind wir auf couragierte Zeugen angewiesen." Dabei müsse niemand eingreifen oder sich sogar selbst in Gefahr bringen. Grimm: "Es reicht schon, wenn man zum Handy greift und den Notruf wählt."